Kirchenasyl in Belp zeigt Wirkung

Das Kirchenasyl von Belp ist zu Ende. Die eritreische Mutter und ihr achtjähriger Sohn dürfen ihr Asylgesuch nun doch in der Schweiz stellen.

Die eritreische Mutter und ihr achtjähriger Sohn dürfen ihr Asylgesuch nun doch in der Schweiz stellen.

Die eritreische Mutter und ihr achtjähriger Sohn dürfen ihr Asylgesuch nun doch in der Schweiz stellen. Bild: zvg

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Die Kirche sei «von grosser Sorge um Mutter und Kind befreit und zuversichtlich, dass die beiden in der Schweiz nun Asyl erhalten werden», heisst es im Communiqué der Reformierten Kirche Belp-Belpberg-Toffen vom Mittwoch. Die Kleinfamilie wehrte sich gegen die Ausschaffung nach Italien gemäss Dublin-Abkommen.

Nach langem Hin und Her sei am Dienstag die gute Nachricht vom Staatssekretariat für Migration (SEM) eingetroffen, berichteten die Belper Kirchenvertreter: Mutter und Kind dürften nun doch ein Asylgesuch in der Schweiz stellen.

Die Kleinfamilie werde nun umgehend eine neue Aufenthaltsbewilligung und einen Platz in einer Schweizer Asylunterkunft beantragen. Mutter und Sohn «sind damit in Sicherheit», stellten die Kirchenvertreter fest.

Nach ihren Angaben hatten die Frau und ihr Sohn Eritrea im Oktober 2014 verlassen und sich auf die Suche nach dem Vater des Buben gemacht. Anstatt diesen Mann in Libyen zu finden, seien die beiden in Gefangenschaft des «Islamischen Staats» geraten und schwer gefoltert worden.

Sie seien psychisch schwer angeschlagen und bräuchten unbedingt weitere psychiatrische Behandlung, machten die Belper Kirchenleute geltend. In Italien sei fraglich, ob die Unterkunft familienwürdig wäre. Ab dem 10. Oktober fanden Mutter und Sohn Unterschlupf in Räumlichkeiten der Reformierten Kirche Belp-Belpberg-Toffen.

Das vordringliche Anliegen des Kirchenasyls sei gewesen, zwei Menschen in schwerster Verzweiflung Zuflucht zu bieten, heisst es im Communiqué vom Mittwoch. «Darin sehen wir einen ureigenen Auftrag der Kirche.» Das Kirchenasyl habe die Möglichkeit eröffnet, menschlich zu handeln und von einer Ausschaffung abzusehen. (gbl/sda)

Erstellt: 16.11.2016, 12:48 Uhr

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