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Keine Millionen für Gstaader Bergbahnen

Die Sanierung der Bergbahen Gstaad ist vorerst gescheitert: An der Gemeindeversammlung vom Freitag wollten die Bürger gar nicht erst über den Vorschlag des Gemeinderates abstimmen.

Blick ins Gstaader Skigebiet. (Archiv)
Blick ins Gstaader Skigebiet. (Archiv)
zvg

Die Bürger der Gemeinde Saanen wollen nichts wissen von einer millionenschweren Strategie zur Sanierung der Bergbahnen Gstaad, die der Saaner Gemeinderat ausgearbeitet hatte. Sie haben am Freitagabend an einer Gemeindeversammlung die Strategie abgelehnt. In einer geheimen Abstimmung in der Tennishalle von Gstaad stimmten 507 Bürgerinnen und Bürger einem Rückweisungsantrag eines Bürgers zu. 475 Bürger lehnten die Rückweisung des Geschäfts ab.

Der Rückweisungsantrag verlangt, dass der Saaner Gemeinderat nun eine «konsequente Sanierung» ausarbeiten soll. Und dass er ein Bergbahnangebot ausarbeitet, «welches den Ansprüchen der Destination Gstaad-Saanenland entspricht.»

Der Rückweisungsantrag bedeutet aber für Saanens Gemeindepräsidenten Aldo Kropf, dass die Zukunft der Bergbahnen Destination Gstaad akut gefährdet ist. Er sehe schwarz für die Firma, sagte er nach der vierstündigen Versammlung auf Anfrage.

Schon während der Versammlung hatte er gesagt, bei einem Nein der Bürger zur sogenannten Eignerstrategie des Gemeinderats drohe den Bergbahnen schon bald die Insolvenz.

35 Millionen neues Geld

Die Strategie des Saaner Gemeinderats sah vor, dass die Gemeinde Saanen, zu der Gstaad gehört, etwa zehn Millionen Franken abschreibt und für rund 35 Millionen Franken neue Verpflichtungen zugunsten der Bahnen eingeht. Dazu hätte auch die Saaner Steueranlage um zwei Anlagezehntel erhöht werden sollen.

Saanens Gemeinderat wollte den Gstaader Bergbahnen mit der Strategie wieder vermehrt unternehmerischen Handlungsspielraum geben, sie marktfähig und so für private Investoren attraktiv machen.

Deshalb sah er vor, die Bahnen auf ein Kernangebot zu beschränken, bei isolierten Anlagen das Angebot zurückfahren und das Aktienkapital der Gemeinden von heute über 50 auf maximal 35 Prozent zu beschränken. Auch sollte im Westen und Osten des Gebiets in «Schlüsselprojekte» investiert werden.

«Auch mal Nein sagen»

Die Gegner der Vorlage hielten dem entgegen, es sei nicht das erste Mal, dass sich die Saaner Bürger zu einer Bergbahnsanierung äussern müssten. Nun müsse man auch mal Nein sagen.

Es gehe auch nicht an, dass bei den eigentlichen Gstaader Bergbahnen Rellerli und Wispile das Angebot zurückgefahren werden solle, hingegen im Westen und Osten des Saanenlands, bis ins Simmental hinein, investiert werde. Die Anlagen der Bergbahnen Destination Gstaad ziehen sich von Simmental im Osten bis nach Rougemont VD im Westen hin. Zu viel sei noch unklar, hiess es auch von Seiten einiger Bürger.

Die Befürworter hingegen sagten, eine Lösung, die allen passe, gebe es nicht. Es brauche auch mal Mut. Auch andere Gemeinden müssen sich noch zu dieser Eignerstrategie äussern. Doch, sagte der von der Gemeinde Saanen beigezogene externe Experte, diese Versammlung sei wegweisend.

SDA/zec

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