Kein Worber Geld für das Kirchgemeindehaus Sperlisacher

Das Nein zur Sperlisacher-Initiative sei nicht gegen Rüfenacht gerichtet, sagen Befürworter wie Gegner.

Die Initianten Otto Gurtner und Hans-Ulrich Steiner sind mit ihrem Vorstoss an der Urne unterlegen.

Die Initianten Otto Gurtner und Hans-Ulrich Steiner sind mit ihrem Vorstoss an der Urne unterlegen.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Er sei «überrascht und enttäuscht», sagte Hans U. Steiner vom Initiativkomitee Sperlisacher bleibt. 57 Prozent der abstimmenden Worberinnen und Worber haben sich gestern gegen einen jährlichen Gemeindebeitrag in der Höhe von 100'000 Franken für das Kirchgemeindehaus Sperlisacher ausgesprochen. «Da gibt es nichts schönzureden, das ist eine deutliche Niederlage.»

Das Kirchgemeindehaus bildet das soziale Zentrum vom serbelnden Worber Ortsteil Rüfenacht und wird von Vereinen für grössere Versammlungen genutzt. Da der Betrieb des Sperlisacher hoch defizitär ist, überlegt sich die Kirchgemeinde, das Angebot zu reduzieren oder das Gebäude ganz aufzugeben. Mit dem Gemeindebeitrag hätte das Sperlisacher erhalten werden sollen.

Beitrag hätte nicht gereicht

Der Worber Gemeinderat hatte sich gegen die Initiative ausgesprochen. Entsprechend zufrieden ist Gemeindepräsident Niklas Gfeller (EVP) mit dem Ausgang der Abstimmung. Das Stimmvolk habe die finanzielle Situation der Gemeinde berücksichtigt, sagte er. Zudem verfüge Worb selbst ohne den grossen Saal im Sperlisacher über ausreichende Raumangebote für Vereine. «Ein Faktor war schliesslich, dass der Betrieb des Sperlisacher selbst mit dem Gemeindebeitrag nicht gesichert war.»

Tatsächlich hatte die reformierte Kirchgemeinde im Vorfeld der Abstimmung betont, dass selbst mit dem Gemeindebeitrag das Kirchgemeindehaus Sperlisacher wohl nicht lange weitergeführt werden könne. Sie warb denn auch – zur Enttäuschung des Komitees – nicht für die Initiative.

Das oft postulierte Desinteresse der Worber Kerngemeinde an Rüfenacht kann laut Gfeller hingegen nicht für den Ausgang der Initiative verantwortlich gemacht werden. Das sieht Steiner vom Initiativkomitee ähnlich. Er erklärt die Niederlage mit dem «Gegenkomitee, das sich in letzter Minute gebildet und Rüfenacht eine andere Zukunft vorgegaukelt hat».

Das Komitee, von dem Steiner spricht, nennt sich «Zukunft Rüfenacht». Es fordert, dass die Gemeinde die Überbauung Sonne vorantreibt. Auf dem Areal des ehemaligen Restaurants Sonne plant eine private Trägerschaft ein grösseres Bauprojekt. Dieses soll neben Wohnungen auch ein Restaurant, einen Dorfplatz und Räume für Gewerbe und Vereine enthalten. Zukunft Rüfenacht hat die Sperlisacher-Initiative abgelehnt, weil die Gemeinde das knappe Geld besser für dieses «zukunftsträchtigere» Projekt reserviert, wie SP-Gemeindeparlamentarier und Komitee-Sprecher Viktor Fröhlich sagte. Er verstehe daher das Nein zur Initiative durchaus als Bekenntnis zu Rüfenacht.

Wann die Überbauung realisiert werden kann, ist noch unklar. Das erste Projekt scheiterte an der Vorprüfung des Kantons. Die überarbeitete Version muss erneut in die Mitwirkung, bevor sie wieder dem Kanton vorgelegt werden kann. «Eine endgültige Bewilligung liegt frühstens 2016 vor», sagte Gfeller.

Der Kampf geht weiter

Pläne der Reformierten Kirchgemeinde sehen vor, dass sie einst Räume in der Überbauung Sonne als Ersatz für das Sperlisacher erwirbt. Dagegen will sich Steiner vom Initiativkomitee aber wehren. «Wir setzen uns weiter dafür ein, dass das Kirchgemeindehaus erhalten bleibt.» Das letzte Wort in dieser Sache habe schliesslich die Kirchgemeindeversammlung.

Der Bund

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