Jetzt kommt das «Velofestival»

Am kommenden Sonntag findet in Bern erstmals der Anlass «Hallo Velo!» statt. Die Organisatoren erhoffen sich 20'000 Teilnehmende und möchten einen «Kultanlass» etablieren.

Die «Tour de Berne» im letzten Jahr zog noch keine Massen an.

Die «Tour de Berne» im letzten Jahr zog noch keine Massen an.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Adrian M. Moser@AdrianMMoser

«Hallo Velo!» – unter diesem Motto wollen die Stadt Bern und andere Gemeinden aus der Region gross machen, was im vergangenen Jahr im kleinen stattgefunden hat. Am Tag vor der Ankunft der Tour de France und unter dem Namen «Tour de Berne» war an einem Sonntag Mitte Juli 2016 ein 4,2 Kilometer langer Rundkurs in der Berner Innenstadt für den Nicht-Veloverkehr gesperrt. Entlang der Strecke gab es Essens- und Sponsorenstände, Pumptrack-Anlagen und Veloputz-Stationen. Ein paar Tausend kamen, doch als Auftakt zu den Tour-de-France-Tagen war das Velofest nicht imstande, die Massen zu mobilisieren.

Quelle: hallovelo.be

Idee von Franziska Teuscher

Das soll am kommenden Sonntag bei «Hallo Velo!» anders sein. «20'000 Teilnehmende wären schön», sagt Mediensprecher Simon Laager. Ob das gelingt, dürfte massgeblich vom Wetter abhängig sein – im Moment ist der Wetterbericht noch unsicher. Initiiert wurde der Anlass, der von den Veranstaltern als Velofestival beworben wird, von der Berner Gemeinderätin Franziska Teuscher und dem Münsinger Gemeindepräsidenten Beat Moser. Laut eigenen Angaben hatten die beiden, schon lange bevor die Tour de France nach Bern kam, im Sinn, «einen Velogrossanlass in der Stadt und Region Bern auf die Beine zu stellen».

In der Folge haben sie weitere Gemeinden ins Boot geholt und einen Trägerverein ins Leben gerufen, dem Veloorganisationen wie Swiss Cycling, Pro Velo Kanton Bern und Trailnet.ch angehören. Dieser wiederum hat Event- und Kommunikationsfachleute mit der Umsetzung beauftragt. Das Resultat: Ein knapp 40 Kilometer langer Rundkurs von Bern ins Aaretal und wieder zurück wird am Sonntag den Velofahrerinnen und Velofahrern vorbehalten sein. Entlang der Strecke gibt es an mehr als einem Dutzend Orten teils aufwendige Rahmenprogramme (siehe Karte und Text rechts).

Gurten als «Sportberg»

Zwar dürften Familien einen Grossteil des «Hallo Velo!»-Publikums ausmachen, doch bemühen sich die Veranstalter, auch jene anzusprechen, die am sportlichen Velofahren interessiert sind. So wird der Gurten als «Sport- und Lernberg» mit verschiedenen Angeboten für Mountainbiker inszeniert. Ausserdem soll der Anlass Gelegenheit bieten, um Nischendisziplinen wie Radball oder Velo-Orientierungslauf kennen zu lernen.

«Uns war wichtig, dass der Anlass 2017 stattfinden kann»Christian Bigler

Keine Einigung mit Slow-up

Ursprünglich war die Idee, den Anlass als Slow-up durchzuführen. Dieser Begriff ist aber geschützt und darf nur verwendet werden, wenn die Bedingungen der nationalen Slow-up-Trägerschaft erfüllt sind. So muss die Strecke hauptsächlich auf Hauptstrassen verlaufen und auch für Fussgänger und Inlineskater offen sein. Die Slow-up-Verantwortlichen waren nicht bereit, für Bern eine Ausnahme zu machen, weshalb die Berner Organisatoren entschieden, den Anlass unter einem eigenen Namen durchzuführen. «Uns war wichtig, dass der Anlass 2017 stattfinden kann», sagt Christian Bigler, der Leiter des Sportamts der Stadt Bern. Es sei aber möglich, dass man fürs kommende Jahr das Gespräch mit der Slow-up-Trägerschaft wieder suchen werde.

50'000 Teilnehmer im Jahr 2020?

Die Kosten für den Anlass werden rund 400'000 Franken betragen, wovon die Gemeinden etwa die Hälfte übernehmen. Der Rest wird von Sponsoren gedeckt. Geht es nach den Organisatoren, soll die «Hallo Velo!»-Ausgabe 2017 nur der Anfang sein. Die «Vision» sei, heisst es im Konzept, die Zahl der Teilnehmenden bis 2020 auf 50'000 zu steigern – das wären etwa gleich viele, wie dieses Jahr am Slow-up um den Murtensee dabei waren. «Hallo Velo!» solle ein «Kultanlass» werden, heisst es.

Der Bund

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