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Investmentfirma übernimmt die subventionierte Privatschule

Gerade erst hat der US-Konzern K12 die International School in Gümligen übernommen. Nun soll sie der Investmentfirma Safanad zugeführt werden. Die Firma wurde von einem saudiarabischen Springreiter gegründet.

Der International School of Berne in Gümligen stehen turbulente Zeiten bevor.
Der International School of Berne in Gümligen stehen turbulente Zeiten bevor.
Adrian Moser

Ein Rennpferd im Logo, einen saudiarabischen Olympiareiter als Geschäftsführer: Die Investmentfirma Safanad geht ihre Geschäfte sportlich und vor allem diszipliniert an. Das zumindest kann man der Firmenphilosophie entnehmen. Nun hat die International School of Berne (IS Berne) beziehungsweise deren amerikanische Besitzerin K12 das Interesse der Firma geweckt: Safanad, mit Büros in New York, Dubai, London und Genf, hat die Absicht, mit K12 eine neue Firma zu gründen, an welcher Safanad die Mehrheit besitzen und K12 noch eine Beteiligung von rund 25 Prozent haben soll.

In diese neue Firma soll die International School of Berne übergeführt werden. Die neue Firma, die noch namenlos ist, soll vom Gründer und ehemaligen CEO der Firma K12, Ron Packard, geführt werden. Der definitive Entscheid zur geplanten Gründung der neuen Firma fällt Ende Januar. Dies ist einer Pressemitteilung aus den USA zu entnehmen.

Mit dem neuen Unternehmen sollen unter anderem Investitionsmöglichkeiten für Onlineunterricht gesucht werden. Die Firma wurde vom saudiarabischen Springreiter Kamal Bahamdan gegründet, der mit der saudiarabischen Mannschaft 2012 die Bronzemedaille im Springreiten an den Olympischen Spielen in London holte. Bahamdan ist heute Geschäftsführer von Safanad. Seit 2002 ist er zudem CEO der Bahamdan-Gruppe, einer globalen Investment-Holdingfirma.

«Keine Bedeutung» für IS Berne

Für Margrit Schürch, Business-Managerin der International School of Berne, ist das mögliche neue Besitzverhältnis zurzeit nicht «von grosser Bedeutung», wie sie sagt. «Es ist ja erst ein Plan der beiden Firmen.» Doch was, wenn der Plan umgesetzt wird? «Was dies im Detail bedeuten würde für uns, weiss ich nicht. Vermutlich hätte es Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Schulvorstands. Ansonsten denke ich, dass sich der Besitzerwechsel nur marginal auf den Schulbetrieb auswirken würde.» Für Schürch ist wichtig, dass ein «finanzkräftiges Unternehmen» hinter der neuen Firma steht, in welche die International School übergeführt würde. «Und ich gehe davon aus, dass dies bei Safanad der Fall ist.»

Eigenen Angaben zufolge hat Safanad bisher weltweit rund 20 Milliarden US-Dollar investiert – unter anderem in den globalen Kauf von Immobilien sowie in Form von Mehrheits- und Minderheitsbeteiligungen an zahlreichen Fonds.

Braucht es das Kantonsgeld noch?

Die Frage stellt sich, ob mit den neuen möglichen Besitzern aus Dubai künftig nicht eine so finanzkräftige Firma hinter der International School of Berne steht, dass der Kanton seine angekündigte Beteiligung von 5 Millionen Franken an den Ausbau der IS Berne neu überdenken müsste. Über den Kredit von 5 Millionen Franken soll das Kantonsparlament in der zweiten Woche seiner Session Ende Januar befinden. Die parlamentarische Finanzkommission stellt den Antrag, den Betrag auf 3 Millionen Franken zu reduzieren.

Beim kantonalen Wirtschaftsamt Beco weiss man von den neusten Entwicklungen rund um die IS Berne noch nichts, wie Adrian Studer, Vorsitzender der Geschäftsleitung beim Beco, sagt. Auch Regierungsrat Andreas Rickenbacher (SP) weiss diesbezüglich nichts. Laut Studer stellt Andreas Rickenbacher nun aber in Aussicht, dem Regierungsrat den Rückzug des Geschäfts für die Januarsession zu beantragen. «Dies um die offenen Punkte zusammen mit den Partnern zu bereinigen», so Studer.

Margrit Schürch indes macht die Frage nach dem Überdenken des Kantonsbeitrags «ganz ehrlich hässig», wie sie sagt: «Wir versuchen ja, dem Kanton zu helfen, damit er Firmen hier halten kann, die ohne International School schon lange den Standort gewechselt hätten. Ein Ja des Parlaments zum Kredit von 5 Millionen Franken würde ein klares Zeichen setzen. Zudem kommt den Kanton die IS Berne so am Ende billiger zu stehen, als wenn er unsere 315 Schülerinnen und Schüler in die öffentliche Schule integrieren müsste. Unsere Schüler wären insofern keine einfachen Schüler, weil sie nämlich kein Wort Deutsch sprechen.»

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