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Interdiscount wirbt auf Kindergärteler

Interdiscount stiftet in Münchenbuchsee Leuchtwesten für Kindergärtler – mit einem dominant platzierten Logo. Der Lehrerverband ist nicht begeistert.

Kinder machen Werbung.
Kinder machen Werbung.
zvg

In Münchenbuchsee spazieren die Kindergartenkinder vermutlich bald leuchtend gelb über die Strassen. Wie die «Berner Zeitung» (BZ) berichtet, spendiert Interdiscount im kommenden Schuljahr Leuchtwesten an interessierte Kindergärten. Der Haken daran: Auf dem Rücken der Weste prangt dominant das Logo von Interdiscount. Der Elternrat der Schule Münchenbuchsee hatte verschiedene Firmen angefragt. Die Coop-Tochter hat laut BZ nun 25’000 Westen produzieren lassen. «Es war von Anfang an klar, dass wir helfen wollen und unser Logo aufgedruckt wird – wie es bei Sponsoringaktivitäten üblich ist», so Interdiscount-Sprecherin Nadine Käser. Wo die Werbe-Westen sonst noch verteilt werden, will sie nicht sagen. «Die genaue Anzahl sowie die einzelnen Gemeinden geben wir nicht bekannt.

Kritik kommt vom Schweizerischen Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer. «Wir sehen es nicht gern, wenn Kinder als Werbeträger missbraucht werden, und weisen die Schulen auch darauf hin», so Jürg Brühlmann, Leiter Pädagogik beim LCH. Im Fall wie in Münchenbuchsee, in dem die Eltern aktiv wurden, könne die Schule allerdings wenig ausrichten. «Der Schulweg ist klar Sache der Eltern.» Man wolle aber mit Interdiscount Kontakt aufnehmen, um zu erreichen, dass das Logo weniger dominant vertreten ist. Der Schulweg liege klar in der Verantwortung der Erziehungsberechtigten, sagt auch Urs Vogel, Gesamtschulleiter in Münchenbuchsee. «Entsprechend wurde das Thema auch von den Eltern initiiert und angegangen.» Die Leuchtwesten würden vom Elternrat abgegeben. «Die Schule hat gegenüber dem Sponsoring und der Werbung in der Schule generell eine kritische, aber auch differenzierte Haltung», so Vogel. Der Elternrat der Schule selbst reagierte am Freitag auf schriftliche Anfragen nicht.

Interdiscount habe indes «nur positive Rückmeldungen erhalten», wie Sprecherin Käser sagt. Wenn alle Westen verteilt werden können, werde man eine Wiederholung der Aktion 2018 prüfen. «Im Vordergrund steht hier die Sicherheit von Kindern – wenn wir so mithelfen, Unfälle zu vermeiden, dann haben wir ein sehr sinnvolles Sponsoring lanciert.»

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