Heitere Fahne will mehr Geld von der Gemeinde Köniz

Das Kulturlokal in Wabern benötigt für den Betrieb mindestens 150'000 Franken jährlich.

Ob Köniz einen Leistungsvertrag mit der Heiteren Fahne abschliesst wird nächsten Montag diskutiert.

Ob Köniz einen Leistungsvertrag mit der Heiteren Fahne abschliesst wird nächsten Montag diskutiert. Bild: Adrian Moser

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1'309 Personen haben eine Petition des Kulturlokals Heitere Fahne unterschrieben. Sie unterstützen das Anliegen der Betreiber, die eine stärkere finanzielle Unterstützung von der Gemeinde Köniz erwarten. Die Petition wird heute dem Könizer Gemeinderat übergeben. Doch warum wendet sich die Heitere Fahne in Form einer Petition an den Gemeinderat?

1'600 Franken Lohn

Nächsten Montag diskutiert das Könizer Parlament eine Motion, die den Gemeinderat verpflichten soll, mit der Heiteren Fahne einen Leistungsvertrag abzuschliessen. Damit wollen die unterzeichnenden Parlamentarier und Parlamentarierinnen den Betrieb des Kulturlokals «nachhaltig», also längerfristig, ermöglichen. Die Hälfte der Parlamentarier hat den Vorstoss unterzeichnet, und zwar von links bis rechts.

Das wäre eigentlich ein Grund zur Freude für die Heitere Fahne. Doch das Geld, das der Gemeinderat sprechen will, reicht ihr nicht. Der Gemeinderat will der Institution nämlich pauschal 15'000 Franken pro Jahr an das kulturelle Programm zahlen. «Um eine stabile Grundlage für den Betrieb zu schaffen, bräuchten wir aber mindestens 150'000 Franken», sagt Rahel Bucher vom Verein Freiraumkultur. Dafür versuche man jetzt die Stadt Bern, die Gemeinde Köniz und den Kanton gemeinsam ins Boot zu holen.

Bucher versteht zwar, dass die Kulturgelder auch in Köniz nicht eben reichlich vorhanden sind. Doch wünschte sie sich, dass auch das soziale Engagement der Heiteren Fahne unterstützt würde, und zwar aus dem Sozialbudget. Die Heitere Fahne beschäftigt nämlich auch Menschen mit einer körperlichen, psychischen, geistigen oder sozialen Beeinträchtigung. Die Institution finanziere sich heute zwar zu 80 Prozent selber, heisst es in einer Medienmitteilung. Der durchschnittliche Lohn der Mitarbeitenden betrage aber nur rund 1600 Franken für ein Vollzeitpensum. Der grösste Teil der Arbeit werde demnach freiwillig und ohne Entgelt geleistet.

Neues Kulturkonzept

Bevor der Gemeinderat mehr Geld für die Heitere Fahne spricht, will er alle kulturellen Betriebe in der Gemeinde evaluieren und das elf Jahre alte Kulturkonzept überarbeiten. Denn die Gemeinde unterstützt noch zahlreiche andere Betriebe, zum Beispiel die Villa Bernau oder den Kulturhof im Schloss. Zudem zahlt Köniz einen wesentlichen Teil seines Kulturbudgets von 1,7 Millionen Franken via die Regionalkonferenz an die Kultur in der Stadt Bern.

Die Heitere Fahne will aber nicht warten, bis der Gemeinderat ein neues Kulturkonzept hat. Damit verschiebe er die Problematik bloss in eine «ungewisse Zukunft». Deshalb hat die Heitere Fahne nicht nur die Petition an den Gemeinderat eingereicht, sondern auch jedem Parlamentarier und jeder Parlamentarierin einen Brief geschrieben. «Wir hoffen, dass das Parlament nun fundiert darüber diskutiert, wie sich die Gemeinde zur Heiteren Fahne stellen soll», sagt Rahel Bucher. (Der Bund)

Erstellt: 14.08.2018, 06:38 Uhr

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