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Heilsarmee soll auffällige Asylsuchende platziert haben

Die sechs Personen, welche Anfang September in der Asylunterkunft Riggisberg einen Streit vom Zaun brachen, wurden nicht vom Kanton Bern dorthin geschickt, sondern von der Heilsarmee-Flüchtlingshilfe.

In der Nacht auf den 2. September kam es in der Riggisberger Aslyunterkunft zu Streitereien unter einzelnen Personen. Schliesslich weitete sich die Auseinandersetzung auf mehrere Dutzend Asylsuchende aus.
In der Nacht auf den 2. September kam es in der Riggisberger Aslyunterkunft zu Streitereien unter einzelnen Personen. Schliesslich weitete sich die Auseinandersetzung auf mehrere Dutzend Asylsuchende aus.
Keystone

Das sagt die Leiterin des bernischen Migrationsdiensts. Die Kantonsbehörden hätten aber gewusst, dass ein Teil dieser sechs Personen schon früher negativ aufgefallen sei, sagte Iris Rivas, Leiterin des Migrationsdiensts, in einem von der «Berner Zeitung» am Mittwoch veröffentlichten Interview. Klar gewesen sei das bei jenen Männern, welche sich bereits vorher im Kanton Bern aufgehalten hätten.

Auf die Frage, ob die Platzierung der sechs Personen - laut der «Berner Zeitung» stammen sie aus dem Maghreb - in Riggisberg ein Fehler gewesen sei, sagt Rivas, das sei nun zu untersuchen. Das Migrationsamt und die Flüchtlingshilfe würden sich gemeinsam über den Fall beugen.

Im Gespräch mit der «BZ» macht Rivas auch einmal mehr klar, dass der Kanton Bern zu wenig Plätze für die Unterbringung von Asylsuchenden hat. «Es fehlen Hunderte von Plätzen». Die Platzsituation sei momentan «sehr eng». Die Behörden hätten gar nicht genug Spielraum, um auf Konflikte einzugehen.

Die Heilsarmee-Flüchtlingshilfe nahm am Mittwoch trotz mehrerer Kontaktversuche keine Stellung zu den neusten Entwicklungen.

Meiner fordert separate Zentren

Die «Berner Zeitung» führte das Interview vor dem Hintergrund, dass der Generalsekretär der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, Beat Meiner, die Ereignisse von Riggisberg als grossen Fehler der Behörden bezeichnet hatte. Da sei ein «riesiger Schaden» angerichtet worden.

Meiner bestätigte am Mittwoch auf Anfrage diese Aussage und sagte, er wisse aus sicherer Quelle, dass sechs in Riggisberg untergebrachte Asylsuchende wegen Gewalt aktenkundig gewesen seien. Wenn tatsächlich die Heilsarmee den Zuweisungsentscheid vorgenommen habe, richte sich seine Kritik an sie.

Es dürfe nicht sein, dass durch Gewalt traumatisierte Asylsuchende durch solche Leute erneut mit Gewalt konfrontiert würden. Auch den Betreuern mache man dadurch das Leben unnötig schwer. Für Asylsuchende dieser Art brauche es separate Unterkünfte. Er fordere mit diesen Aussagen aber nicht Zentren für renitente Asylsuchende. Das sei ein unscharfer Begriff.

Sechs Verhaftungen

In der Nacht auf den 2. September kam es in der Riggisberger Aslyunterkunft laut einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft und der Kantonspolizei von diesem Tag zuerst zu Streitereien unter einzelnen Personen. Schliesslich weitete sich die Auseinandersetzung auf mehrere Dutzend Asylsuchende aus.

Die Polizei rückte mit mehreren Patrouillen aus und nahm sechs Personen vorläufig fest. Ob es sich um die von Meiner genannten Personen handelt, ist unklar.

Die Asylunterkunft in einer Zivilschutzanlage und einer Truppenunterkunft war Mitte Juli eröffnet worden. Zuerst hiess es, es würden dort vor allem Familien untergebracht. Doch schon bei einem Augenschein für die Medien Anfang August zeigte sich, dass vor allem Einzelpersonen eingezogen waren.

SDA/rv

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