Grüne drohen mit Referendum

Kritiker sehen in der vom Kanton am Donnerstag vorgeschlagenen Verkehrssanierung im Emmental und im Oberaargau eine Luxuslösung.

Das Strassennetz im Emmental und Oberaargau soll umfassend aufgewertet werden, so der Kanton.

Das Strassennetz im Emmental und Oberaargau soll umfassend aufgewertet werden, so der Kanton. Bild: Franziska Rothenbühler (Symbolbild)

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Im Grossen Rat werden die Kredite für die umfassenden Strassensanierungen im Emmental und Oberaargau ohne grosse Probleme bewilligt werden. Die bürgerliche Mehrheit hat wiederholt klargemacht, dass sie neue Umfahrungsstrassen unterstützt. Allerdings kann wahrscheinlich bereits gegen die Projektierungskredite, sicher aber gegen die Baukredite das Referendum ergriffen werden. Die kantonalen Grünen kündeten am Donnerstag an, dass sie «ihren Kampf gegen die teuren Luxus-Umfahrungsvarianten weiterführen werden» und ein Referendum «in Erwägung ziehen».

Mit den «Varianten Null plus», die Verbesserungen auf den existierenden Strassen vorsehen, könnte mit einem Bruchteil des Geldes der grösste Teil der Verkehrsprobleme ebenfalls gelöst werden. Umfahrungen hingegen «lösen Zersiedelung und Verkehrswachstum aus. Dies ist auch angesichts der Klimaerwärmung nicht akzeptabel.»

Umfahrung «durch Smaragd-Naturschutzgebiet»

Positiv bewerten die Grünen einzig, dass die Umfahrungsstrasse um Burgdorf zumindest vorderhand vom Tisch ist. Die Regionalgruppe Oberaargau-Emmental des VCS zeigte sich darüber sogar «erfreut». Eine Umfahrung «durch das Naherholungsgebiet Meienmoos findet klar keine Akzeptanz». Sie fordert den endgültigen Verzicht darauf. Klar abgelehnt wird die Umfahrungsstrasse «durch ein Smaragd-Naturschutzgebiet» im Oberaargau. «Ein Referendum dagegen müssen wir uns überlegen», sagt auf Anfrage der Geschäftsführer der VCS-Regionalgruppe, Christoph Waber.

Der TCS hingegen befürwortet die Vorschläge von Baudirektorin Barbara Egger für neue Umfahrungsstrassen und fordert, dass deren Realisierung «nun zügig vorangetrieben wird». Dass vorerst bei Burgdorf und Lyssach keine Umfahrungen vorgesehen sind, hält der TCS zwar «für nachvollziehbar». Er fordert aber: «Die Option einer Umfahrung Burgdorfs muss weiter offengehalten werden.» FDP-Grossrat Peter Sommer begrüsste die Umfahrungsprojekte sowohl als Präsident des bernischen Baumeisterverbands wie auch des Vereins Zukunft Emmental, der die Kampagne zur Mitwirkung koordiniert hatte. Die Region Oberaargau begrüsste die in der Region geplante Umfahrungsstrasse. (Der Bund)

Erstellt: 31.03.2016, 22:35 Uhr

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