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Gemischte Reaktionen auf Ende des «Mühli»-Streits

Das Ende des jahrelangen Rechtsstreits um die Mühle Hunziken hat gemischte Reaktionen ausgelöst. Der Gründer des Kulturlokals, Peter Burkhart, bedauert die «feindliche Übernahme» durch die neuen Betreiber um Bluesmusiker Philipp Fankhauser.

Am 8. Dezember machten Vertreter der Pensionskassen Coopera und Gepabu vor den Medien deutlich, dass sie sich eine ruhige Zukunft für die Mühle Hunziken wünschen. Sie kauften die Liegenschaft, um sie an die Betreiber zu vermieten.
Am 8. Dezember machten Vertreter der Pensionskassen Coopera und Gepabu vor den Medien deutlich, dass sie sich eine ruhige Zukunft für die Mühle Hunziken wünschen. Sie kauften die Liegenschaft, um sie an die Betreiber zu vermieten.
Adrian Moser
Um das Kulturhaus in Rubigen tobte seit drei Jahren ein erbitterter Rechtsstreit.
Um das Kulturhaus in Rubigen tobte seit drei Jahren ein erbitterter Rechtsstreit.
Adrian Moser
Nun soll wieder der Konzertbetrieb im Zentrum stehen.
Nun soll wieder der Konzertbetrieb im Zentrum stehen.
Adrian Moser
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Dieser ist «erleichtert und vor allem dankbar, dass wir jetzt nach vorne schauen können». Er freue sich sehr darauf, den Club voran zu bringen, schreibt er in einer am Samstag verbreiteten Erklärung. Fankhausers Bruder Christoph ergänzte: «Die Gäste sollen sich bei uns wohl fühlen, da haben die Streitigkeiten gestört.»

Eine durchzogene Bilanz zieht Lokalgründer Peter Burkhart, auch «Mühli-Pesche» genannt. «Nach 13 Stunden Gerichtsmarathon unter widerlichsten Umständen ist die feindliche Übernahme der Mühle Hunziken Konzert GmbH durch Philipp Fankhauser und seine Produktionsfirma vollbracht», schreibt Burkhart.

Dass die Liegenschaft von zwei alternativen Pensionskassen gekauft werde, sei zwar «ein Glücksfall». Doch «für den Club sind die Betreiber eine Zumutung».

Alle Rechtshändel vom Tisch

Mehr als drei Jahre lang haben sich Burkhart und Fankhauser um die Mühle Hunziken gestritten und einander nichts geschenkt. Am Freitagabend kurz vor 21 Uhr endete der Disput am Regionalgericht Bern-Mittelland, wo sich die Parteien auf eine gerichtliche Gesamtvereinbarung verständigten. Alle hängigen Rechtshändel sind damit vom Tisch, wie Fankhausers Anwalt Thomas Bähler bestätigte.

Zwei alternative Pensionskassen übernehmen per 1. Januar 2015 die Liegenschaft für 3,1 Millionen Franken. Die Konzert GmbH, die für die Veranstaltungen im Kulturlokal zuständig ist, gehört neu je zur Hälfte Philipp Fankhauser und Thomas Burkhart, dem Sohn des Gründers, der sich mit seinem Vater überworfen hat.

Die beiden haben gemeinsam auch die Bar GmbH übernommen. Diese betreibt Bar und Gastwirtschaft in der Mühle Hunziken. Alle Anteile am Club werden also von der Seite von Thomas Burkhart und Philipp Fankhauser gehalten.

Millionen für Burkharts

Für die Liegenschaft zahlen die beiden Pensionskassen 2,9 Millionen Franken an Peter Burkhart, seine Frau Pia und Tochter Catherine. 200'000 Franken gehen an Sohn Thomas. Peter und Pia Burkhart müssen ihre Räumlichkeiten in der Mühle bis Ende Januar 2015, Catherine ihre Wohnung bis Ende August 2015 räumen.

Die Coopera PUK ist eine Pensionskasse für Unternehmer, Künstler und Freischaffende. Nach Angaben auf ihrer Website hat sie rund 4500 Versicherte. Die Gepabu wurde von Alt-68ern gegründet; sie ist die Gemeinsame Personalvorsorgestiftung alternativer Bernischer Unternehmungen und hat 882 Versicherte.

Was die beiden Kassen mit der Mühle Hunziken genau vorhaben, wollen sie den Medien erst am Montag verraten. Am Samstag wurde lediglich bekannt, dass die Kassen mit Fankhauser & Co einen Mietvertrag abgeschlossen haben. Dieser regle die Zukunft des Kulturlokals langfristig, hielt Betreiberanwalt Bähler fest.

Erbitterter Streit

Peter Burkhart hatte das Lokal in Rubigen 35 Jahre lang betrieben. Dann wanderte er nach Frankreich aus; um die Mühle sollten sich sein Sohn Thomas und der Musiker Philipp Fankhauser kümmern.

Bald einmal entspann sich zwischen den beiden Parteien ein erbitterter Rechtsstreit. «Mühli-Pesche» warf dem Musiker vor, er habe eine Absichtserklärung zum Kauf der Mühle unterschrieben, aber den Kauf nie vollzogen. Fankhauser entgegnete, es gebe Altlasten, von denen er nichts gewusst habe.

Der Ton wurde immer gehässiger, eine Reihe von Rechtshändeln war die Folge. Am Regionalgericht Bern-Mittelland suchten die Streithähne nach einer Gesamtvereinbarung, wobei die Frage im Zentrum stand, wem die Liegenschaft künftig gehören sollte.

Schliesslich gab das Regionalgericht Bern-Mittelland den Betreibern Zeit bis zum 28. November 2014, um die Liegenschaft für einen Preis von 2,8 Millionen Franken zu kaufen oder einen Käufer zu präsentieren. Ansonsten drohte eine Versteigerung der Liegenschaft.

Kurz vor Ablauf der Frist liessen die neuen Betreiber das Gericht wissen, sie hätten tatsächlich Käufer gefunden. Erst am Freitagabend nach der gerichtlichen Einigung traten die beiden alternativen Pensionskassen als Käufer an die Öffentlichkeit.

SDA/gbl

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