Geldmangel und Zuversicht am Brienzer Rothorn

Das Unternehmen kann nur dank der Unterstützung durch die Freunde des Dampfbetriebs einen kleinen Gewinn ausweisen.

Knapp bei Kasse: Die Bahn aufs Brienzer Rothorn. (Archiv)

Knapp bei Kasse: Die Bahn aufs Brienzer Rothorn. (Archiv)

(Bild: Manuel Zingg)

Hans Galli

Die Brienz Rothorn Bahn AG möchte die Verluste aus früheren Jahren tilgen, aber das ist ihr 2014 nicht gelungen. Wegen des regnerischen Wetters gingen die Besucherzahlen im Juli und August um 22  Prozent zurück, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht.

Dank dem guten Frühsommer und dem schönen Herbst gelang es allerdings, die Lücke fast zu füllen. Über die ganze Saison gesehen ergab sich noch ein Rückgang um gut ein Prozent auf 123'311 Personen. Das wirkte sich auch auf die Jahresrechnung aus: Unter dem Strich verblieb ein Betriebsverlust von 105'000 Franken gegenüber einem Betriebsgewinn von 500'000 Franken im Vorjahr.

Nach der Verrechnung von ausserordentlichen Erträgen und Aufwendungen verbleibt unter dem Strich ein Reingewinn von 37'000 Franken gegenüber einem Vorjahresgewinn von 427'000 Franken. Ohne den Zustupf von 100'000 Franken durch den Verein Freunde des Dampfbetriebes sähe das Resultat entsprechend schlechter aus. Aber auch so kann der Verlustvortrag aus früheren Jahren nur leicht auf 905'000 Franken weiter abgebaut werden.

Apéro an der GV selber bezahlen

An den Generalversammlungen der grossen Aktiengesellschaften wird nach Erledigung der Geschäfte ein Apéro oder sogar ein Stehlunch serviert und es gibt häufig auch Geschenke. Die Brienz-Rothorn-Bahn kann sich dies nicht leisten: Wer an der Generalversammlung vom 25. April in Interlaken teilnimmt, muss seine Konsumation selber bezahlen, wie aus der Einladung hervorgeht. Im Gegensatz zu früher gibt es für die Aktionäre auch keine Freibillette für die Bahn mehr.

Entspannung könnte künftig die Unterstützung durch den Kanton bringen. Die Brienz-Rothorn-Bahn hat vor einem Jahr ihre Statuten geändert. Als Zweck nennt sie nun den Erhalt der ältesten Dampfzahnradbahn der Schweiz als ein Kulturgut. Das könnte ihr den Zugang zu Mitteln aus dem Lotteriefonds und zu andern Fördertöpfen öffnen. Das Unternehmen bereite momentan das Gesuch an den Kanton vor, sagte Verwaltungsratspräsident Peter Flück gestern auf Anfrage. Das Verfahren sei jedoch kompliziert, weil beim Kanton drei Direktionen involviert seien.

Zuversicht für die neue Saison

Die neue Saison beginnt am 9. Mai mit den ersten Fahrten bis Planplatten. Ab 6. Juni soll dann die ganze Strecke befahren werden. Präsident Flück zeigt sich trotz des schwachen Eurokurses zuversichtlich. Rund ein Drittel der Gäste stamme aus der Schweiz, in das restliche Drittel teilten sich Touristen aus dem übrigen Europa und aus Asien. Bei den europäischen Gästen drohe eine gewisse Einbusse.

Die Bahn verstärke aber die Werbung und hoffe so, die Folgen des starken Frankens kompensieren zu können. Wenn das Wetter mitspiele, seien die Chancen auf eine gute Saison intakt. Die grosse Attraktion seien die Dampflokomotiven. Das Ziel sei, bei 80 bis 90  Prozent der Fahrten diese historischen Fahrzeuge einsetzen zu können.

Der Bund

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