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Gaskessel finanziert eigenen Moonliner-Kurs

Zusätzliche Nachtbusse sollen Nachtschwärmer vom Gaskessel zum Berner Hauptbahnhof bringen. Damit will der Club die Nachbarn schonen.

Weil Nachtclubs immer später schliessen, passt das Nachtbus-Angebot nicht mehr zum Verhalten des Partyvolks. Um den entgegenzuwirken hat sich der Gaskessel eine eigene Lösung geschaffen.
Weil Nachtclubs immer später schliessen, passt das Nachtbus-Angebot nicht mehr zum Verhalten des Partyvolks. Um den entgegenzuwirken hat sich der Gaskessel eine eigene Lösung geschaffen.
Manu Friederich (Archivbild)

Nachtschwärmer in Bern können mit dem Nachtbus schon bald später als bisher vom Gaskessel zum Bahnhof fahren. An ausgewählten Daten bringt ein zusätzlicher Moonliner um 4.25 Uhr die Gäste vom Gaskessel zum Bahnhof. Dieser Kurs soll Anschluss bieten an die regulären ÖV-Kurse, welche zwischen 5 Uhr und 5.30 Uhr losfahren. Am Wochenende fahren jeweils drei Moonliner-Kurse vom Gaskessel zum Bahnhof: um 1 Uhr, um 2.15 Uhr und um 3.30 Uhr. Diese Nachtbusse bieten am Bahnhof einen Moonliner-Anschluss zur Agglomeration Bern sowie zu umliegenden Städten wie Langenthal, Thun oder Freiburg.

Klagen «bis aus dem Marzili»

Finanziert wird das neue Angebot – und das ist bemerkenswert – vom Gaskessel. «Wir verstehen das als Dienstleistung an unseren Kundinnen und Kunden», sagt Francisco Droguett vom Gaskessel. Das Ausgehlokal will damit aber auch Konflikten mit der Nachbarschaft vorbeugen. Es habe in der Vergangenheit Reklamationen wegen Lärm und Littering gegeben, die nach grossen Veranstaltungen «bis aus dem Marzili» gekommen seien, sagt Droguett. Diese lägen zwar schon länger zurück, doch der Gaskessel habe beschlossen, präventiv diesen Moonliner-Kurs zu realisieren.

Mehr Kundschaft erwarte er dadurch nicht, da die zusätzlichen Moonliner-Kurse sowieso nur an ausverkauften Anlässen angeboten würden. Droguett betont, dass «die Mehrkosten über die Anlässe finanziert werden und nicht über die Leistungsabgeltung der Stadt».

Für die Gaskessel-Besucher bedeutet dies, dass sie bei Grossanlässen eine Dreiviertelstunde später zum Bahnhof fahren können und dann dort Anschluss haben an das reguläre ÖV-Angebot. Dies passt zum allgemeinen Trend: Weil Nachtclubs immer später schliessen, passt das Nachtbus-Angebot nicht mehr zum Verhalten des Partyvolks. Die Moonliner haben im Jahr 2016 fast 10 Prozent weniger Kunden befördert als noch 2013. Diese Tendenz wird sich noch verstärken, wenn ab dem Fahrplanwechsel im Dezember die Busse und Trams von Bernmobil bis 1 Uhr statt bis Mitternacht unterwegs sind.

Das Pilotprojekt beim Gaskessel startet in der Nacht auf Sonntag um 4.25 Uhr. Der zusätzliche Bus wird bis Ende Jahr in sieben Nächten verkehren. Ob bald noch weitere Moonliner-Kurse so spät verkehren könnten, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen. Bei Bernmobil war für eine Stellungnahme niemand erreichbar.

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