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Frauenkappelen zieht gegen BLS ins Feld – notfalls bis Lausanne

Die Gemeindeversammlung von Frauenkappelen hat am Donnerstagabend 70000 Franken bewilligt – für eine Einsprache gegen das BLS-Depot im Westen Berns.

Im Chliforst Nord im Westen von Bern will die Bahngesellschaft BLS eine Werkstätte bauen.
Im Chliforst Nord im Westen von Bern will die Bahngesellschaft BLS eine Werkstätte bauen.
Adrian Moser (Archiv)

Der Entscheid ist überdeutlich ausgefallen: Mit 132 Ja- gegen 2 Nein-Stimmen bei 5 Enthaltungen hat die Gemeindeversammlung von Frauenkappelen am Donnerstagabend einen Kredit von 70000 Franken bewilligt. Wie Gemeindepräsident Markus Kämpfer nach der Versammlung auf Anfrage sagte, kommt dies einem «klaren Auftrag» gleich, juristisch gegen das im Süden der Gemeinde geplante BLS-Depot vorzugehen. Die Bahngesellschaft BLS plant im Chliforst, im westlichsten Zipfel der Stadt Bern, eine neue Werkstätte.

Mit dem bewilligten Geld soll eine Einsprache des Gemeinderats Frauenkappelen gegen das BLS-Projekt finanziert werden. Notfalls will der Gemeinderat bis vor Bundesgericht gehen. Es widerspreche sämtlichen gesetzlichen Grundlagen, an diesem Standort eine Werkstatt zu bauen, sagte Markus Kämpfer. Bund und Kanton hätten bei dieser Planung die Gemeinden übersteuert.

Depot im Gegenwind

Der Standort Chliforst für die neue BLS-Werkstätte ist hoch umstritten. Zwar fand eine Jury das Projekt mit einer 250 Meter langen Halle, die in die Landschaft eingebettet wird, überzeugend. Der Protest der Anwohner verstummte aber nicht.

Nebst der Gemeinde Frauenkappelen leisten andere Institutionen Widerstand gegen das BLS-Depot – so etwa die Quartierorganisationen im Westen Berns. Der Oberbottigen-Leist beispielsweise hatte dem Projekt bereits Anfang Jahr eine Abfuhr erteilt. Renaturierte Bäche, Obstbäume oder eine energieeffiziente Werkstatt änderten kaum etwas an der Zerstörung der intakten Landschaft des Gäbelbachtals, hiess es damals.

Auch die Regionalkonferenz Bern-Mittelland ist skeptisch. Sie lässt juristisch abklären, ob Bund und Kanton bei der Planung korrekt vorgegangen sind.

Baubeginn 2023?

Eine Begleitgruppe für das Projekt war schon im September 2016 nach einer detaillierten Prüfung von insgesamt 42 Standortvarianten zum Schluss gekommen, dass das Gebiet Chliforst Nord am geeignetsten für einen Neubau ist. Zur Diskussion standen Varianten an ganz anderen Orten im Kanton – etwa in Thun, Biel oder in Konolfingen. Die BLS geht nach wie vor davon aus, dass sie mit dem Bau der neuen Werkstätte in vier Jahren beginnen kann.

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