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Frau wegen Beihilfe zum Selbstmord vor Gericht

Eine Drogenkonsumentin hat für einen Mann eine Überdosis organisiert. Ihr wird unter anderem vorsätzliche Tötung vorgeworfen.

Folienrauchen in der Anlaufstelle für Drogenabhängige an der Hodlerstrasse in Bern (Symbolbild).
Folienrauchen in der Anlaufstelle für Drogenabhängige an der Hodlerstrasse in Bern (Symbolbild).
Valérie Chételat (Archiv)

Eine bald 27-jährige Frau steht seit Montag vor dem Berner Regionalgericht, weil sie für einen Mann, der sich den «goldenen Schuss» setzen wollte, Drogen beschaffte und ihm diese verabreichte. Ihr wird unter anderem vorsätzliche Tötung, eventuell Verleitung und Beihilfe zum Selbstmord vorgeworfen.

Die Drogenkonsumentin wurde Anfang November 2016 vor einem als Drogenumschlagplatz bekannten Lokal in Bern von dem Mann angesprochen. Er fragte die Beschuldigte, ob sie «Stoff» und Utensilien organisieren könne, damit er eine Überdosis, einen sogenannten goldenen Schuss, konsumieren könne. Die Frau erklärte sich einverstanden und bekam für ihre Dienste Geld.

Weil sich der Mann die Spritze nicht selber setzen konnte, spritzte ihm die Beschuldigte auf seinen Wunsch hin Drogen. Die Angeschuldigte habe gewusst, dass der Mann Drogen nicht gewohnt war und dass eine solche Injektion bei ihm eine tödliche Wirkung erzielen würde, heisst es in der Anklageschrift. Die Frau habe den Tod des Mannes mindestens in Kauf genommen.

Nach der Injektion sackte der Mann zusammen und lief blau an. Die junge Frau versuchte, ihn noch zu beleben, liess aber dann von ihm ab und decke ihn mit seiner Jacke zu. Von der nahen Kirchenfeldbrücke aus rief sie die Ambulanz und gab an, dass sich an der Aare ein lebloser Mann befinde. Der Mann verstarb nach dem Eintreffen der Sanität. Im weiteren muss sich die drogenabhängige Frau für diverse weitere Delikte, wie Diebstahl, Beschimpfung und Ähnliches vor Gericht verantworten. Das Urteil wird das Gericht am 15. August bekannt geben.

SDA/kls

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