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Flughafen Bern-Belp will Ausbau trotz «tiefroter Zahlen»

Drohnen, elektronische Flugtaxis und selbstfahrende Autos statt Linienflüge: So will der Flughafen Bern nach dem Skywork-Grounding wieder auf Kurs kommen.

Der letzte Flug der Skywork landete im August in Belp.
Der letzte Flug der Skywork landete im August in Belp.
Franziska Rothenbühler

Der Skywork-Konkurs hat den Flughafen Bern-Belp hart getroffen. Acht Monate nach dem Grounding der Berner Fluggesellschaft vermeldet der Verwaltungsrat (VR) der Flughafen Bern AG ein Defizit von rund einer Million Franken im Jahr 2018. Die Zahlen für 2019 würden voraussichtlich «nochmals tiefrot ausfallen», wie der VR am Donnerstag in einer Medienmitteilung kommuniziert. Dennoch hält der Flughafen am lange geplanten Ausbau fest und fordert weitere Unterstützung von der Privatwirtschaft und der Politik.

Für die Entwicklung des Mobilitätszentrums sei ein «partnerschaftliches Engagement von Privaten und der öffentlichen Hand» nötig. Dafür soll eine auf Immobilien ausgerichtete Tochtergesellschaft gegründet werden. Der VR lädt den Bund als Immobilienbesitzer und -entwickler dazu ein, sich daran zu beteiligen. Auch die Stadt Bern wird als Grundeigentümerin in die Pflicht genommen: Sie soll ebenfalls investieren und «die angespannte Liquidität durch Reduktionen beim Baurechtzins überbrücken helfen». Zudem soll der Kanton auch als Investor auftreten und an die Kosten für die öffentliche Sicherheit beitragen.

Für die sogenannte vierte Ausbauetappe sprach der bernische Grosse Rat bereits 2 Millionen Franken; dazu kam ein Darlehen in gleicher Höhe im Rahmen der Neuen Regionalpolitik. Das Projekt sollte ursprünglich 18 Millionen Franken kosten und dazu dienen, den Linien- und Charterverkehr vom Verkehr der allgemeinen Luftfahrt zu entflechten. Die kantonalen Beiträge sind aufgrund der Unsicherheit um den Flughafen noch nicht geflossen.

Mit dem Wegfall des einzigen Linienfluganbieters Skywork soll das Ausbauprojekt angepasst werden. «Es wird mehr Flexibilität bei der Nutzung geben», sagt VR-Präsident Beat Brechbühl auf Anfrage.

Flughafen will Linienflüge nicht aufgeben

Damit meint Brechbühl etwa die Ambition des Flughafens, sich künftig als «Mobilitätszentrum» zu positionieren. Im Belpmoos sollen Test- und Zertifizierungsstellen für Drohnen, elektronische Flugtaxis und selbstfahrende Autos entstehen. Bis dies Wirklichkeit ist, setzt der Flughafen auf bisherige Einkommensquellen wie Business- und Medizinalflugverkehr.

Den Traum von Linienflügen ab Belp hat der Verwaltungsrat jedoch offenbar noch nicht aufgegeben. Laut Brechbühl strebt man mindestens eine regelmässige Flugverbindung an. Derzeit sei man noch mit allen potenziellen Destinationen und Airlines im Gespräch. In Frage kämen Destinationen wie etwa München, die in der Vergangenheit gut gebucht gewesen seien.

Derweil kündet der Flughafen an, zwei weitere Personen entlassen zu müssen. Bereits im September wurden 10 Stellen abgebaut, die Hälfte davon durch Entlassungen. Mit der neuen Strategie werde laut Brechbühl ein Personalbestand von rund 100 Personen mit 55 Vollzeitstellen angestrebt.

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