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Falsches Spiel auf Kosten der Landschaft

Alle Beteiligten haben ihr Eigeninteresse höher gewichtet als den Schutz der Landschaft im Westen von Bern.

Eine neue Werkstätte ist in der Region im Westen Berns nicht erwünscht.
Eine neue Werkstätte ist in der Region im Westen Berns nicht erwünscht.
Adrian Moser

Die Abklärungen der Begleitgruppe Werkstätte waren für die Katz. Nach über zwei Jahren Suche ist man wieder gleich weit wie am Anfang: Zur geplanten BLS-Werkstätte in Bern West gibt es offenbar keine Alternative. Jetzt hat sich auch eine Mitbenutzung der SBB-Werkstätte in Biel als nicht praktikabel erwiesen. Die Begleitgruppe hat sich denn auch konsequenterweise aufgelöst. Zurück bleibt der Verdacht, dass es weder den beteiligten Bahnunternehmen noch den betroffenen Gemeinden jemals ernst war mit der Suche nach einem alternativen Standort. Alle Beteiligten haben ihr Eigeninteresse höher gewichtet als den Schutz der Landschaft im Westen von Bern.

Die SBB haben ihre Werkstätte in Biel bloss ins Spiel gebracht, um die BLS zu Zugeständnissen im Poker um die Fernverkehrskonzessionen zu zwingen. Für die BLS wiederum war von Anfang an klar, dass nur ein Standort im Westen Berns in Frage kommt. Die von möglichen Alternativstandorten betroffenen Gemeinden stellten ihrerseits Eigeninteressen in den Vordergrund. Dabei ist auffallend, wie sich die Argumente der Städte Thun und Bern gleichen, obwohl Bern im Unterschied zu Thun eine rot-grüne Mehrheit im Gemeinderat hat.

Thun wäre der einzig logische Standort für eine Werkstätte gewesen, weil nur dort kein Kulturland zerstört worden wäre. Die Stadt Thun lehnte den Standort aber ab, weil das Industrieareal der Stadtentwicklung im Wege gestanden wäre. Mit just derselben Argumentation lehnt der Berner Gemeinderat nun den Standort Niederbottigen ab, der nahtlos ans Industriegebiet westlich des Westside anschliesst.

So ist zu befürchten, dass im Chliforst eine intakte Kulturlandschaft mit Fruchtfolgeflächen und Wald den kumulierten Eigeninteressen aller Beteiligten zum Opfer fällt. Ein Zugsdepot gehört aber nun mal auf ein Industrieareal und nicht ins Grüne. Sollte es tatsächlich keine Alternative zu Bern West geben, ist das stadtnahe Niederbottigen dem Chliforst vorzuziehen. Der raumplanerische Sündenfall wäre dort zumindest geringer.

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