Zum Hauptinhalt springen

Ex-Thorberg-Direktor ficht Kündigung an

Georges Caccivio hat
 Beschwerde gegen seine Entlassung erhoben.

Bis das Kündigungsverfahren abgeschlossen ist, wird es wohl noch lange dauern. Ex-Thorberg Direktor Georges Caccivio hat gegen die Kündigungsverfügung Beschwerde erhoben.
Bis das Kündigungsverfahren abgeschlossen ist, wird es wohl noch lange dauern. Ex-Thorberg Direktor Georges Caccivio hat gegen die Kündigungsverfügung Beschwerde erhoben.
Adrian Moser

Mehr als sieben Monate ist es her, dass der bernische Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) den damaligen Direktor der Strafanstalten Thorberg, Georges Caccivio, freigestellt hat. Dennoch wird nun klar: Bis das Kündigungsverfahren abgeschlossen ist, wird es wohl noch lange dauern. Caccivio hat gegen die Kündigungsverfügung bei der Polizei- und ­Militärdirektion Beschwerde erhoben, wie er gegenüber dem «Bund» bestätigt.

Im vergangenen Winter wurde öffentlich, dass Caccivio mit zwei Gefangenen per Du war, dass er einem dritten Bilder abgekauft und die Akte eines vierten frisiert hatte. Weiter wurde bekannt, dass er mit Prostituierten aus dem Bieler Drogenmilieu verkehrte. Am 3. Februar stellte Käser Caccivio frei. Eine Woche später sagte er gegenüber der «SonntagsZeitung», er habe nun das Kündigungsverfahren eingeleitet. Im Juni gab Käser bekannt, eine formelle Kündigung habe noch nicht ausgesprochen werden können, da Caccivio krankgeschrieben sei – was dieser sogleich bestritt. Am 21. August hat Käser die Kündigung schliesslich abgeschickt, wie er gegenüber der «Berner Zeitung» sagte.

Aus welchen Gründen er die Kündigung nun anficht, wollte Caccivio gestern nicht ausführen. Klar ist: Damit wird sich die Beilegung der Thorberg-Affäre nicht nur politisch, sondern auch juristisch weiter verzögern. Sollte die Polizei- und Militärdirektion Caccivios Beschwerde abweisen, kann er sie an das Verwaltungsgericht und das Bundesgericht weiterziehen.

Auf der politischen Ebene ist derzeit die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Rats daran, die Rolle von Polizei­direktor Käser und des Gesamtregierungs­rats zu untersuchen. Das Ergebnis soll in rund einem Jahr vorliegen. Ein Untersuchungsbericht von Strafvollzugsexperte Benjamin Brägger hat im Juni Caccivio und dessen Vorgesetzten, Martin ­Kraemer, schwer belastet. In Auftrag gegeben hatte diese Untersuchung Käser. Sein Verhalten und das des Regierungsrats hat Brägger nicht beurteilt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch