Ein Hochhaus und ein Stadtbach für Könizer Zentrum

Das Könizer Parlament möchte ein urbaneres Zentrum. Das letzte Wort hat im Frühling das Volk.

Gemeinderätin Katrin Sedlmayer konnte sich mit ihrem Standpunkt im Parlament durchsetzen.

Gemeinderätin Katrin Sedlmayer konnte sich mit ihrem Standpunkt im Parlament durchsetzen.

(Bild: Thomas Reufer)

Simon Preisig@simsimst

Soll der Ortskern von Köniz städtischer werden? Gleich zwei Entscheidungen treffen die Stimmberechtigten im kommenden Mai zur künftigen Entwicklung des Zentrums. Das Parlament hat am Montag die Zonenplanänderungen für die Gebiete Rappentöri und Köniz Nord gutgeheissen und somit bestimmt, über was genau abgestimmt wird.

«Wir können nicht Parkplätze reduzieren und trotzdem ein Ladenlokal planen.»Gemeinderätin Katrin Sedlmayer

Die eine Vorlage betrifft das alte Coop-Gebäude in Zentrum von Köniz. Die Ladenliegenschaft, in der heute ein Haustierfachmarkt und ein Mobiltelefonanbieter einquartiert sind, soll einer neuen Überbauung mit Ladenlokal weichen. Zudem könnte der Sulgenbach im Bereich der Siedlung bald schon offen fliessen. Dafür soll das gemeindeeigene Land im Baurecht abgegeben werden. Bereits 2018 könnte gebaut werden. Klar gegen die Überbauung war einzig die SVP-Fraktion. Das Zentrum von Köniz werde so zu städtisch, sagte Fraktionssprecher Bernhard Lauper. Zudem sei die Anlieferung ein Problem: Der Platz ist laut Lauper für grosse Lastwagen zu knapp.

Die anderen Parteien stimmten der Vorlage alle zu. Die Grünen jedoch nur mit einem Zähneknirschen. «Wir sollten die Chance für eine verkehrsarme Siedlung nutzen», sagte Hansueli Pestalozzi. Er verlangte deshalb weniger Parkplätze – erfolglos. «Wir können nicht Parkplätze reduzieren und trotzdem ein Ladenlokal planen», entgegnete die dossierzuständige Gemeinderätin Katrin Sedlmayer (SP) – und setzte sich mit ihrem Standpunkt im Parlament durch.

Hochhaus beim Könizer Bahnhof

Die zweite Vorlage will rund um den Könizer Bahnhof urbaneres Bauen ermöglichen. Auf dem Parkplatz beim jetzigen Einkaufscenter Otto’s könnte gar ein Hochhaus in den Himmel wachsen. In einer ersten Bauetappe wird wohl zuerst bei der ehemaligen Industriehalle der Holzbaufirma Mosimann eine fünfstöckige Überbauung entstehen. Anders als beim Rappentöri besitzt Köniz in diesem Bereich nur wenig eigenes Land. «Die Eigentümer warten auf unsere Entscheidung», sagte Toni Eder (CVP) im Parlament. Es sei darum wichtig, nun vorwärtszumachen.

Die Vorlage war im Parlament unbestritten. Trotzdem wurden einige Details bedauert. Die BDP kritisierte, dass man den Mehrwert durch die Einzonung noch konsequenter hätte abschöpfen können. Die SP sieht eine Chance verpasst: «Am Sonntag hat sich die Stimmbevölkerung mehr gemeinnützige Wohnungen gewünscht», sagte Christian Roth. Für diese Einzonungs-Vorlage käme dieser Entscheid nun leider zu spät. Laut Gemeinderätin Sedlmayer ist der Zug dafür aber noch nicht ganz sicher abgefahren. Die Gemeinde besitze zwar nicht viel Land, auf den eigenen Grundstücken könne man jedoch selber bestimmen, wer bauen darf, so Sedlmayer. «Der Baurechtsvertrag wird wieder hier im Parlament gutgeheissen», sagte sie weiter. Das Parlament könne also noch sehr wohl Einfluss nehmen.

Der Bund

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