Die höchste Kletterwand der Schweiz steht in Ostermundigen

Erstbesteigung im Kletterzentrum: Am Samstag eröffnet in Ostermundigen eine neue Kletterhalle. Mit 19 Metern Höhe ist sie nichts für Zauderer.

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Sophie Reinhardt@sophiereinhardt

Wer schwindelfrei und nervenstark ist, kann in Ostermundigen die Wände hochgehen, in der neuen Kletterhalle O’Bloc. Die Sporthalle in Felsblock-Form beherbergt rund 100 Kletterrouten und wurde in den letzten acht Monaten gebaut. Bis zur heutigen Eröffnung haben die beiden Projekt-Initianten und Spitzenkletterer Sandro Niklaus und Christian Tschudi rund 70'000 bunte Klettergriffe aus Kunstharz verbaut. Anfänger wie Profis sollen hier die Wände erklimmen und sich mit eigener Kraft bis zu 19 Meter über den Boden hochziehen. Damit hat O’Bloc die höchste Kletterwand der Schweiz.

Aber nicht jeder will so hoch hinaus: Neben den Kletterwänden findet sich auch eine Boulderanlage: Dort wird ohne Sicherung geklettert, dafür aber nur bis in Absprunghöhe. Deswegen ist vor diesen Wänden auch der Fussboden mit Matten gefedert. «Beim Bouldern ist man viel freier und verspielter, weil man kein Gstältli trägt», erklärt Tschudi, der seit 20 Jahren klettert. Zudem sei dieser Sport auch für Leute geeignet, die sich von der Höhe etwas fürchteten. Durch die zwei Etagen Boulderlandschaft unterscheide sich O’Bloc von der grossen Kletterhalle in Niederwangen. «Das Magnet ist zwar grösser, bietet aber einen kleineren Boulder-Bereich und keine 20-Meter-Kletterwand.»

100 Kletterer pro Tag erwartet

«In der Region gibt es zu wenig Kletterhallen, darum sind wir früher sogar manchmal bis nach Basel gefahren», sagt Tschudi, der Bergführer ist und dadurch zum Klettersport gekommen ist. In den letzten 20 Jahren habe das Klettern an Beliebtheit gewonnen, und der Bedarf nach Hallen sei in der Region sehr gross. Tschudi, ehemaliger Nationaltrainer, rechnet mit bis zu 100 sportbegeisterten Besuchern, die täglich die Anlage in Ostermundigen besuchen und erklimmen.

Im O’Bloc werden künftig auch Kurse angeboten. Im Muki/Vaki-Kurs lernen Kinder ab einem Jahr bereits an der Seite der Eltern die ersten Schritte an der Wand. Daneben gibt es Lehrgänge für alle Niveaus oder Fitnesskurse speziell für Kletterer.

4,2-Millionen-Bau

Finanziert und betrieben wird die Halle von der O’Bloc AG. Diese haben zahlreiche Einzelpersonen gegründet, die in das Projekt investiert haben. Rund 4,2 Millionen kostete der Holzbau, an dem sich auch der kantonale Sportfonds beteiligt hat.

Der neue Kletterpavillon verfügt neben den Kletterwänden auch über einen Fitnessbereich, eine Kletteranlage speziell für Kinder und ein Bistro mit Garten. Dort sollen künftig Apéro-Plättli, Mittagsangebote wie Suppen und kleine Verpflegungen nicht nur den Sportlern, sondern auch für Quartierbewohner angeboten werden. Serviert wird Kaffee von der Berner Rösterei Adrianos, Brot liefert eine Bäckerei aus Ostermundigen.

Am Samstag wird die Halle an der Forelstrasse mit Öff Öff Aerial Dance, Musik und Klettereinlagen eingeweiht. Ab Sonntag ist die Kletterhalle dann für jedermann geöffnet. Am Eröffnungs­wochenende ist der Eintritt frei, danach kostet ein Tageseintritt 24 Franken, eine Stunde klettern kann man für 20 Franken.

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