«Der Wald ist in der Schweiz zu stark geschützt»

Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät begrüsst, dass nun Chliforst Nord als Standort für die BLS-Werkstätte im Fokus ist.

Alexander Tschäppät: «Die Stadt Bern wird der BLS so weit möglich Hand bieten.»

Alexander Tschäppät: «Die Stadt Bern wird der BLS so weit möglich Hand bieten.»

(Bild: Valérie Chételat)

Simon Wälti

Herr Tschäppät, die Begleitgruppe hat eine Lösung nahe an der Gemeindegrenze der Stadt Bern präsentiert. Was halten Sie von der Variante Chliforst Nord?
Der Vorschlag der Begleitgruppe ist prüfenswert und eine interessante Variante, weil sie vorsichtig mit Kulturland umgeht. Als Nutzniesserin der S-Bahn- Betreiberin BLS wird die Stadt Bern so weit möglich Hand bieten für eine Lösung. Da die Details noch nicht bekannt sind, wäre es aber verfrüht, zu sagen, der Vorschlag sei in Ordnung.

Ein zentraler Punkt ist die Stadtentwicklung. Wie schätzen Sie die Variante Chliforst diesbezüglich ein?
Vorsichtig positiv. Wir sind uns einig, dass die Stadt Bern nicht bis so weit hinaus wachsen soll. Die Standorte Brünnen, Niederbottigen oder auch Riedbach dagegen würden eine zukünftige Stadtentwicklung zu stark behindern. Deshalb haben wir uns von Anfang an dagegen gewehrt.

Was ist mit Allmendingen? Aufgrund eines Gutachtens kam die Stadt ja zum Schluss, dies wäre die beste Lösung.
Alle hätten natürlich am liebsten eine Lösung, von der ihre Gemeinde nicht tangiert ist. Auch Allmendingen würde einen massiven Eingriff in die Landschaft nach sich ziehen. Zudem favorisiert die BLS einen Standort auf der anderen Seite der Stadt.

Könnte sich das Waldgesetz für den Standort Chliforst als Stolperstein erweisen?
Ich will nicht Kaffeesatz lesen. Tatsache ist, dass der Wald in der Schweiz sehr stark geschützt ist, meiner Meinung nach zu stark, gerade wenn man es mit den Fruchtfolgeflächen vergleicht. Eine Änderung des Gesetzes wäre angebracht. Die BLS ist sicher gefordert, wenn es darum geht, die Standortgebundenheit nachzuweisen, um eine Bewilligung für die Rodung des Waldes zu erhalten.

Was erwarten Sie nun als Stadtpräsident von der BLS?
Ich erwarte, dass die BLS sich löst von der ursprünglichen Strategie mit zwei Standorten und sich der Strategie mit drei Standorten mit Bönigen für die schwere Instandhaltung zuwendet. Die BLS kann nicht einen Standort gegen den Widerstand von allen durchsetzen. Die BLS tut gut daran, jetzt mit allen, die bei der Variante Chliforst betroffen wären, das Gespräch zu suchen. Es sind noch viele Fragen zu lösen.

Was halten Sie von der Idee, die Schiessanlage Riedbach unter den Boden zu verlegen?
Das wäre eine positive Nebenerscheinung und auch bezüglich des Lärms ein Gewinn. Zudem könnte dies eine Möglichkeit zur Wiederaufforstung darstellen. Aber das ist noch weit weg.

DerBund.ch/Newsnet

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