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«Der Gemeinderat macht nur das Minimum»

Das Elternkomitee «Pro Tagesschulen Köniz» ist enttäuscht über die Antwort des Gemeinderates auf ihre Petition vom Dezember letzten Jahres. Es werde zu wenig unternommen, so die Kritik.

Das Pilotprojekt der Ganztagesschule soll die Tagesschulen nicht ersetzen, sondern ergänzen.
Das Pilotprojekt der Ganztagesschule soll die Tagesschulen nicht ersetzen, sondern ergänzen.
Georgios Kefalas, Keystone

Mit fast tausend Unterschriften reichte das Elternkomitee «Pro Tagesschulen Köniz» am 16. Dezember 2016 seine Petition beim Könizer Gemeinderat ein. Vom Komitee wurde eine Weiterentwicklung und ein Ausbau der Tagesschulen in Köniz gefordert. Nun liegt die Antwort des Gemeinderats vor. Darin gibt der Gemeinderat den Eltern recht, dass die Tagesschulen ein Erfolgsprojekt seien und dass die Nachfrage zunehme.

Deshalb habe der Gemeinderat Massnahmen ergriffen, um die knappen Räumlichkeiten zu erweitern, externe Verpflegungsmöglichkeiten organisiert und das Personal aufgestockt, wie der Gemeinderat in seinem Antwortbrief an das Komitee mitteilt, der dem «Bund» vorliegt. In Zukunft wolle er die Tagesschulen in die Schulraumplanung aufnehmen und das Pilotprojekt der Ganztagesschule realisieren. Das Pilotprojekt sieht vor, dass ab Sommer 2019 einige Schulklassen in Köniz an allen Schultagen in der Woche vom Morgen bis am Nachmittag betreut werden sollen. Heute gibt es in Köniz das Angebot von Tagesschulen und Kindertagesstätten.

Das Komitee ist enttäuscht

Das Komitee ist jedoch nicht zufrieden mit den Zukunftsplänen des Gemeinderats. Ihr Anliegen der ganzheitlichen Betreuung werde mit den Massnahmen vom Gemeinderat nicht genügend erfüllt. «Der Gemeinderat macht nur das Minimum», sagt Tanja Bauer, Mitgründerin des Elternkomitees «Pro Tagesschulen Köniz». Der Gemeinderat streiche zwar heraus, dass er mehr Schulraum zur Verfügung stellen wolle, «aber laut Volksschulgesetz muss er den Kinder einen Tagesschulplatz anbieten, wenn mindestens zehn Anmeldungen für ein Modul vorliegen», sagt Bauer. Doch gehe der Gemeinderat kaum auf die Forderungen der Eltern ein, das Angebot weiterzuentwickeln, sagt sie.

Denn die Nachfrage nach schulergänzender Betreuung seien gemäss Bauer nicht nur gestiegen, sie habe sich auch verändert: Die Kinder gingen heute öfters pro Woche in die Tagesschule. «Darum braucht es neue Modelle», so Bauer. Der Gemeinderat nehme das Anliegen der Petition zu wenig ernst, sagt sie. Es fehle heute an Kontinuität in der Betreuung der Kinder. Da die Platzverhältnisse sehr begrenzt seien, müssten die Kinder zum Teil mehrmals während des Tages den Standort wechseln. Die Übergänge zwischen Tagesschule und Kindergarten oder Schule, Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung seien für die Kinder und die Mitarbeitenden oft eine Herausforderung, so Bauer. «Die Betreuung, Standorte und die Gruppenzusammensetzung können während des Tages und während der Woche mehrmals ändern», erklärt Bauer, «Gerade für die Vierjährigen ist dies oft schwer.»

«Budget und andere Prioritäten»

Gemeinderat Thomas Brönnimann (GLP), Direktionsvorsteher Bildung und Soziales der Gemeinde Köniz, versteht zwar die Anliegen des Elternkomitees, «aber das Budget und die unzähligen anderen Schulraumplanungs-Projekte zwingen uns, Prioritäten zu setzen», sagt Brönnimann. Beim Dorfschulhaus Wabern werden normale Schulzimmer aus Platzmangel als Tagesschulräume genutzt. Da diese nur bedingt für eine Tagesschule geeignet sind und in Zukunft wieder als Schulräume gebraucht werden, soll ein neues Gebäude primär für die Tagesschule gebaut werden. «Der Gemeinderat macht bereits sehr viel», sagt er. Köniz stehe auch in den Startblöcken bezüglich der Ganztagesschule. «Sobald der Kanton das Pilotprojekt ausschreibt, wird sich die Gemeinde um eine Ganztageschule bewerben.»

Das Pilotprojekt begrüsse das Komitee zwar, doch da es voraussichtlich 5 Jahre dauern soll und nur einen Bruchteil der Kinder betreffe, die heute eine Tagesschule besuchen, mache es sich der Gemeinderat zu einfach, findet Bauer. Das Elternkomitee kündet an, sich weiterhin für die Verbindung von Bildung und Betreuung in den Schulen und Tagesschulen einzusetzen. «Wir wollen eine ganzheitliche Betreuung der Kinder», sagt Bauer.

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