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Der Dauerregen hat das System nicht an den Anschlag gebracht

Am Montag wurde Wasser durch den Thuner Ent­lastungsstollen abgelassen. Die Massnahme verfehlte 
ihre Wirkung nicht.

Der Entlastungsstollen (rechts) in Thun ist wegen hohem Wasserstand der Aare geöffnet. (Archiv)
Der Entlastungsstollen (rechts) in Thun ist wegen hohem Wasserstand der Aare geöffnet. (Archiv)

Die Wochenganglinie der Emme sieht am Montag und am Dienstag aus wie ein gefährliches Sägeblatt. Am Montagabend um 18 Uhr zum Beispiel stieg die Wassermenge bei Emmenmatt innert null Komma nichts von etwas über 20 Kubikmetern pro Sekunde auf knapp 170 Kubikmeter an. «Es war ein ordentliches Hochwasser», sagt Bernhard Schudel, Vorsteher der Abteilung Gewässerregulierung in der Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern. Ein Gewitter habe den Emme-Pegel «wie eine Rakete» ansteigen lassen, sagt er. Die Abflussmenge sei jedoch noch weit von den Maximalwerten entfernt gelegen. An der gleichen Stelle wurden in der Vergangenheit bereits mehr als 500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde gemessen.

Die Wetterdienste hätten vor den ausgiebigen Regenfällen der letzten Tage rechtzeitig gewarnt, sagt Schudel. In der Folge habe man die Situation im Auge behalten und die Gewässer entsprechend reguliert. Sowohl die Seepegel als auch die Abflussmengen der Aare seien innerhalb akzeptabler Werte geblieben. Es sind schliesslich keine extremen Situationen eingetreten», sagt er; es sei weniger Regen gefallen, als man aufgrund der Prognosen erwartet habe.

Am Montag aber habe man aufgrund der Wettervoraussagen entschieden, den Thunersee etwas abzusenken, sagt der oberste Gewässerregulierer des Kantons. Nachdem die Schleusen in Thun geöffnet worden waren, konnte zudem der Entlastungsstollen in Betrieb genommen werden. Die Massnahme hat laut Schudel ihre Wirkung nicht verfehlt. Der Seepegel senkte sich in weniger als 24 Stunden um rund zehn Zentimeter. Es sei eine Vorsichtsmassnahme im Sinne des Hochwasserschutzes gewesen, sagt Schudel. Damit sollte erreicht werden, dass der Thunersee zusätzliche Wassermassen aus dem Berner Oberland hätte zurückhalten können.

Der Entlastungsstollen macht es möglich, mehr Wasser aus dem Thunersee abzulassen als früher, als die einzige Möglichkeit darin bestand, alle Schleusen zu öffnen. Der Stollen wird seit seiner Eröffnung 2009 im Durchschnitt zwei bis fünf Mal pro Jahr benutzt. Zu beachten ist dabei jedoch, dass die darunter liegenden Gebiete wie die Stadt Bern nicht zu viel Wasser abbekommen.

Insgesamt geht es bei der Wasserregulierung im Kanton Bern um dasselbe. Das heisst, es ist nicht nur die Hochwassersituation im eigenen Kanton zu beachten, sondern ebenfalls jene aareabwärts. Dies ist laut Schudel in den letzten Tagen gelungen.

Stadt Bern auf der sicheren Seite

In Bern flossen in der Aare in den letzten Tagen 320 bis 340 Kubikmeter Wasser pro Sekunde ab. Laut Franz Märki, Sprecher der Berufsfeuerwehr, erfolgte der Abfluss sehr konstant. Am Montag war die Aare angeschwollen. Märki lobt die Zusammenarbeit mit dem Kanton als hervorragend. Für die Stadt Bern besonders wichtig ist die Situation an den Aarezuflüssen unterhalb von Thun. So habe man etwa die Zulg genau beobachtet. Da der Thunersee abgesenkt worden war, befand man sich sowohl in Bern wie auch in Thun stets in Bereichen, wo man noch hätte reagieren können, wie Märki sagt.

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