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Das grau melierte Einkaufszentrum

Die Gemeinde Ittigen will wieder mehr Leben in das Talgut-Zentrum bringen. Dazu hat sich die Gemeinde mit Coop, Migros und Post an einen Tisch gesetzt.

Das Talgut-Zentrum in Ittigen ist in die Jahre gekommen.
Das Talgut-Zentrum in Ittigen ist in die Jahre gekommen.
Adrian Moser

Das Talgut-Zentrum in Ittigen ist ein Kind der 1980er-Jahre: Das Einkaufszentrum war vor rund 35 Jahren für den Detailhandel ein Vorzeigemodell und für die Bevölkerung ein Magnet. Inzwischen hat das Zentrum viel von seiner Attraktivität eingebüsst. «Grundsätzlich ist es ein guter Standort», sagt Gemeindepräsident Marco Rupp (BVI), «doch es ist für die heutigen Verhältnisse zu gross und muss restrukturiert werden.»

Das Zentrum an der Papiermühlestrasse sei für eine Gemeinde mit bis zu 30'000 Einwohnerinnen und Einwohnern konzipiert worden. Heute stimmen Angebot und Nachfrage nicht mehr überein. Andere Einkaufszentren haben dem Talgut-Zentrum den Rang abgelaufen. Einzelne Ladenlokale stehen leer. Zudem wurde Kritik laut, es fehle das Einkaufserlebnis. Negative Auswirkungen hat auch der Aufschwung im Online-Handel, gerade im Sektor Kleider.

An einer Medienkonferenz zeigte die Gemeinde am Dienstag zusammen mit den Grossverteilern Coop und Migros sowie der Post auf, wie das Zentrum wieder attraktiver werden könnte. Coop, Migros und Post wollen als Partner am gleichen Strick ziehen. In einem ersten Schritt hat die Gemeinde eine Umfrage, welche durch das Forschungszentrum für Handelsmanagement der Universität St. Gallen durchgeführt wird, lanciert.

«Wir richten uns nicht nur an die Einwohner, sondern auch an die Arbeitnehmenden», erklärt Rupp. Wegen der grossen Arbeitgeber wie Swisscom oder der Bundesverwaltung hat die Gemeinde mehr Beschäftigte als Einwohner: 11'500 Menschen wohnen in Ittigen, 12'500 Personen arbeiten in der Gemeinde.

«Detailhandel neu denken»

Die Umfrage soll Aufschluss über das Einkaufsverhalten der Menschen geben. «Ziel ist es, zusammen mit den Partnern den Detailhandel neu zu denken und wieder mehr Leben in das Zentrum zu bringen», sagt Rupp. Dazu gehört auch die Idee von Abholstationen an den Knotenpunkten des öffentlichen Verkehrs: So könnten Arbeitnehmer während einer freien Minute bequem vom Arbeitsplatz aus ihre Einkäufe im Internet bestellen und diese dann nach Arbeitsschluss bei der RBS-Station mitnehmen.

Eine Alternative ist auch die Heimlieferung. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Post ihre Filiale weiter betreiben will – allerdings ist nicht sicher, ob die Post selber Eigentümerin bleibt. Ausserdem möchte die Gemeinde die Migros überzeugen, die Filiale, die sich heute auf der anderen Seite des Talwegs befindet, in das Zentrum zu zügeln. Eine Verbesserung sprich eine Vereinfachung möchte die Gemeinde zudem bei der Struktur der Eigentümer erreichen. Heute gibt es im Zentrum nicht nur einen breiten Nutzungsmix, sondern auch zahlreiche Eigentümer mit teilweise unterschiedlichen Interessen.

In einem weiteren Schritt soll der Standort laut Gemeindepräsident Marco Rupp auch städtebaulich weiterentwickelt und aufgewertet werden: eher weniger Ladenfläche, dafür mehr Wohnnutzung. Ein Teil der Gebäude könnte zu diesem Zweck neu gebaut oder aufgestockt werden. Die Gemeinde befindet sich mit Vertretern der Eigentümer im Gespräch. Zu einem späteren Zeitpunkt sind wohl auch Beschlüsse der Gemeindeversammlung notwendig. Ähnliche Aufwertungen sind auch bei den anderen beiden Verkehrsknoten Papiermühle und Worblaufen geplant.

Defizite bei Verbindungswegen

Gefordert ist die Gemeinde auch in einem anderen Bereich, denn eine neue Verbindung zwischen RBS-Station und Talgut-Zentrum tut not. Die Fussgängerpasserelle hat zwar einen klingenden Namen – seit 2011 heisst sie Fabian-Cancellara-Brücke –, trotz eines überlebensgrossen Bildes des im letzten Jahr zurückgetretenen Radfahrers ist ihre Begehung aber nur mässig reizvoll.

Die Resultate der Umfrage sollen bis Ende Juni vorliegen, danach sollen Massnahmen zur Steigerung der Attraktivität beschlossen und umgesetzt werden. Eine städtebauliche Lösung für das Zentrum soll in den nächsten drei bis vier Jahren entworfen werden. In welchen zeitlichen Fristen diese dann umgesetzt wird, ist noch offen.

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