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Das BLS-Depot
 braucht eine 
Extrarunde

Dass die BLS neue Serviceanlagen benötigt, ist unbestritten – will sie diese aber in absehbarer Zeit realisieren, muss sie sich vom Standort Riedbach lösen.

Ein Bauernweiler müsste weichen: Blick auf Riedbach.
Ein Bauernweiler müsste weichen: Blick auf Riedbach.
Valérie Chételat

Die Passagierzahlen bei der S-Bahn Bern steigen und steigen: Die Zahl der Pendler wird sich bis 2030 nahezu verdoppeln. Um den Ansturm zu bewältigten, will die BLS für eine Milliarde Franken 60 neue Züge kaufen. Diese müssen irgendwo gewartet werden: Es ist unbestritten, dass die BLS nach dem Wegfall der Aebimatt-Werkstätte in der Nähe von Bern zeitgemässe und effiziente Service­anlagen benötigt.

Nun hält die BLS trotz massiven Protesten am Standort Riedbach fest. Das ist ihr gutes Recht, denn das Unternehmen vertritt in erster Linie ihre eigenen, betrieblichen Interessen und damit jene von Zehntausenden Pendler – und nicht jene des Landschaftsschutzes.

Sogar Tschäppät ist dagegen

Durch das unbedarfte Vorpreschen hat die BLS den Standort Riedbach aber von Anfang an aufs Abstellgleis gelenkt. Selbst BLS-Insider sprechen von einer «miserablen, rückwärts­gerichteten Kommunikation», welche sich die BLS-Führung punkto Riedbach geleistet hat. Denn spätestens seit
dem Doppelspur-Ausbau 2008 von Bümpliz nach Niederbottigen sei klar gewesen, dass es «extrem heikel» sei, ein Grossprojekt in diesem letzten ländlichen Gebiet der Gemeinde Bern umzusetzen.

Dass nun sogar Stadtpräsident Alexander Tschäppät eine BLS-Werkstatt auf Stadtgebiet ablehnt, lässt aufhorchen. Die BLS täte gut daran, mit dem BLS-Depot in eine Extrarunde zu gehen und nochmals einen Standort auf einem bestehenden Industrieareal – etwa dem Güterbahnhof – zu prüfen und gemeinsam mit den SBB eine Lösung zu suchen.

Besser in Niederbottigen bauen

Will die BLS in absehbarer Zeit ein Depot realisieren können, wird sie in Zeiten des stetigen Rufs nach Verdichtung raumplane­rische Fragen stärker berücksichtigen müssen. Und wenn die BLS schlussendlich tatsächlich in Bern-West bauen muss, dann in Niederbottigen. Dieser Standort schliesst an das bestehende Industrieareal bei der Coop-
Verteilzentrale an. Nur wenige Häuser und ein kleines Waldstück müssten weichen – und nicht ein ganzer ­Bauernweiler.

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