Das ausgeliehene Velo darf ennet der Stadtgrenze bleiben

Die Gemeinde Köniz soll an das geplante Veloverleih­system der Stadt Bern ­angeschlossen werden.

Wer künftig wie hier an der Schädelistrasse in Bern ein Velo ausleiht, soll es auch in Köniz zurückgeben können

Wer künftig wie hier an der Schädelistrasse in Bern ein Velo ausleiht, soll es auch in Köniz zurückgeben können

(Bild: Valérie Chételat)

Lisa Stalder

London und Barcelona kennen sie längst, aber auch in Biel und Thun sind sie seit einiger Zeit in Betrieb: Velostationen, bei denen sich Fahrfreudige jederzeit bedienen und das ausgeliehene Gefährt an einem anderen Standort wieder abgeben können. Auch die Stadt Bern ist auf Hochtouren daran, ein solches Veloverleihsystem einzurichten: Im Sommer hatte der Berner Stadtrat einen Planungskredit bewilligt, mittlerweile ist auch die öffentliche Ausschreibung abgeschlossen. Voraussichtlich 2017 soll das System in Betrieb gehen.

Nun springt auch die Gemeinde Köniz auf diesen Zug auf. Wer dereinst in Bern ein Velo ausleihe, soll dieses nicht nur auf einem Standort auf Stadtboden, sondern auch in der Gemeinde Köniz zurückgeben können. So die Idee einer überparteilichen Gruppe von Könizer Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Sie forderten den Gemeinderat in einer Motion deshalb auf, mit der Stadt Bern über die Ausweitung des Veloverleihsystems auf die Gemeinde Köniz zu verhandeln.

Im Sinne des Gemeinderats

Für den Erfolg solcher Veloleihsysteme sei es wichtig, ein Gebiet abzudecken, das sich an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer orientiert, sagte der Erstunterzeichnende Ruedi Lüthi (SP) während der gestrigen Parlamentssitzung. «Und dieses Gebiet hört nun mal nicht an der Gemeindegrenze auf.» Die Ausweitung des Systems sei demnach nicht nur für Touristen, sondern auch für Berner und Könizer ein Gewinn, so Lüthi. Auch Firmen, die sich in das System einkaufen können, würden davon profitieren.

Im Parlament stiess die Idee auf viel Wohlwollen: Es mache Sinn, ein solches System über Gemeindegrenzen hinaus zu führen, so der Tenor. Für Andreas Lanz (BDP) stellte sich auch die Frage, weshalb ein solches Vorhaben nicht von der Regionalkonferenz Bern-Mittelland koordiniert wird. So könnten auch andere Agglomerationsgemeinden miteinbezogen werden. Casimir von Arx (GLP) regte an, das System zuerst in einem Testversuch laufen zu lassen. Einzig die FDP fand keinen Gefallen am Vorhaben. Dies, da im Moment noch nicht klar sei, welche Kosten durch den Aufbau eines Verleihsystems auf die Gemeinde zukomme. Beim Gemeinderat rannten die Motionäre hingegen offene Türen ein. Es sei schliesslich ein Legislaturziel, Köniz zur Velogemeinde zu machen, sagte Katrin Sedlmayer (SP). Der Gemeinderat sei daher auch schon aktiv geworden und habe die Stadt Bern beauftragt, eine mögliche Erweiterung des Veloverleihsystems in die Planung zu integrieren. Sedlmayer geht davon aus, dass Anfang 2016 klar ist, wer den Zuschlag erhält. Dann wisse der Gemeinderat, mit welchen Kosten Köniz zu rechnen habe.

Das Parlament überwies die Motion schliesslich mit 30 zu 4 Stimmen.

Der Bund

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