Christian Burren sichert sich in Köniz die begehrteste Direktion

In Köniz punkten die Bürgerlichen bei der «Wahl nach der Wahl»: Christian Burren (SVP) steht künftig der einflussreichen «Superdirektion» vor.

So sieht der am 24. September gewählte, neue Könizer Gemeinderat aus: (von links) Hans-Peter Kohler (FDP), Christian Burren (SVP), Annemarie Berlinger (SP), Hansueli Pestalozzi (Grüne) und Thomas Brönnimann (GLP).

So sieht der am 24. September gewählte, neue Könizer Gemeinderat aus: (von links) Hans-Peter Kohler (FDP), Christian Burren (SVP), Annemarie Berlinger (SP), Hansueli Pestalozzi (Grüne) und Thomas Brönnimann (GLP). Bild: Franziska Rothenbühler

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Die Direktion Planung und Verkehr ist in der Gemeinde Köniz eine ganz dominante. Planungs- und Verkehrsfragen bestimmen in vielfacher Hinsicht den Alltag der grossen Agglommerationsgemeinde. Entsprechend gross ist die Steuerwirkung, die von der Direktion Planung und Verkehr ausgeht. Wenig verwunderlich war diese Direktion im neugewählten Gemeinderat sehr umworben. Dazu kamen Erwartungen von Aussen. Insbesondere die bürgerlichen Parteien wollten einen der ihren in der «Superdirektion» sehen. Denn: Mit der Wahl von Annemarie Berlinger (SP) als Gemeindepräsidentin hatten die Bürgerlichen am 24. September das bis anhin von Ueli Studer (SVP) gehaltene wichtige Amt verloren. Die in der auslaufenden Amtszeit noch von SP-Gemeinderätin Katrin Sedlmayer gehaltene «Superdirektion» zu erobern, galt unter Bürgerlichen deshalb als gesetztes Ziel zur teilweisen Kompensation dieses Verlusts (siehe auch «Bund» vom 11. November).

Kein Wachstumsturbo

Gestern nun wurde das Resultat des Pokers um Macht und Einfluss gelüftet. Neuer Vorsteher der Direktion Planung und Verkehr wird SVP-Mann Christian Burren. Für die bürgerlichen Kräfte ist dies das Wunschergebnis, weil zugleich der freisinnige Gemeinderat Hans-Peter Kohler nun jene Direktion besetzt, für die er Interesse angemeldet hatte: die Direktion Bildung und Soziales.

Burren trat im Wahlkampf keineswegs als «Wachstumsturbo» auf. Wie sich das auf seine Politik auswirken wird, bleibt aber noch offen. Erst wolle er sich eine Übersicht verschaffen, sagte Burren gestern auf Anfrage. Sicher werde er gemeinsam mit seinen neuen Ratskollegen zu gegebener Zeit «den Umfang des Könizer Wachstums» hinterfragen. Dass er selber im Zuge der Könizer Ortsplanung die Verwaltung, die er künftig leiten wird, heftig kritisierte, erachte er als keine Last, sagte Burren. Der abtretende Gemeinderat habe mit späten Korrekturen etwa beim Landschaftsschutz die Berechtigung seiner Kritik im Prinzip bejaht.

Der neue Grüne im Könizer Gemeinderat, Hansueli Pestalozzi, wird Vorsteher der Direktion Umwelt und Betriebe. Er folgt auf die ebenfalls grüne Rita Haudenschild. Somit ist in dieser Direktion die politische Kontinuität am grössten. Thomas Brönnimann (GLP) schliesslich, der einzige Bisheriger im gründlich erneuerten Gemeinderat, verlässt die Direktion Bildung und Soziales und leitet neu die Direktion Sicherheit und Liegenschaften. Gemeindepräsidentin Annemarie Berlinger sprach gestern von?«einer Lösung, die von allen Mitgliedern des Könizer Gemeinderats getragen wird».

Ein Umbruch

Zumindest in Bezug auf Thomas Brönnimann liesse sich anfügen: Das Resultat ist nicht das von ihm erhoffte. Als bisheriger Bildungs- und Sozialvorsteher hatte er zwar vor der Ausmarchung gesagt, er könne sich gut einen ?Direktionswechsel vorstellen. Allerdings dachte auch er an einen Wechsel in die «Superdirektion». Sein neues Wirkungsfeld ist im Vergleich dazu ziemlich beschaulich. Brönnimann selber sieht freilich bereits bedeutende Herausforderungen auf sich zukommen: die Umsetzung von Infrastrukturprojekten im Schul- und Sportbereich, den Ausbau des Ritterhauses oder Weichenstellungen für die Zukunft des Kornhauses.

Und: Thomas Brönnimann ist neuer Vizegemeindepräsident. Auch diese Rolle war durchaus begehrt, aber Brönnimann setzte sich bei der Wahl durch. Der erneuerte Gemeinderat tritt seine Arbeit am 1. Januar 2018 an. (Der Bund)

Erstellt: 14.11.2017, 19:36 Uhr

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