Businessfliegerei – ein kleines, aber lukratives Geschäft

Je nach Sichtweise ist es ein Ausbau – oder bloss eine Entflechtung. Für Geschäftsflieger wird ein neues Zentrum erstellt, denn in dieser Sparte kann Bern punkten.

Die Geschäftsfliegerei ist ein wichtiges Standbein des Flughafens Bern-Belp.

Die Geschäftsfliegerei ist ein wichtiges Standbein des Flughafens Bern-Belp.

(Bild: Adrian Moser)

Markus Dütschler

Der Flughafen im Belpmoos ist mit fast 183 000 Passagieren die Nummer vier in der Schweiz, allerdings weit abgeschlagen. Die Zahlen bei den grössten drei Landesflughäfen zählen nach Millionen: Zürich 29, Genf 16 und Basel 8. Ab Bern werden im nächsten Sommer 24 Destinationen angeflogen, darunter im Bereich Ferienflüge zwei neue: die Insel Brac in Kroatien und Jerez de la Frontera im spanischen Andalusien.

Der Flughafen Bern habe ein Jahr mit Herausforderungen hinter sich, sagten die Flughafenverantwortlichen am Montag vor den Medien. Die Piste sei plangemäss erneuert worden, sodass das wichtigste Element des Flughafens für die nächsten Jahre wieder à jour sei. Glücklicherweise habe das Grounding des Homecarriers Skywork abgewendet werden können.

Bern sieht nicht nur bei den Ferienflügen Potenzial, sondern auch in der Geschäftsfliegerei. Die grossen Flughäfen stossen immer mehr an ihre Grenzen, sodass sich Bern als Business-Destination anbietet. So wird in der anlaufenden vierten Ausbauetappe ein Business Aviation Center gebaut, ein Terminal für Geschäftskunden. Das Kundensegment sei klein, aber solvent, erläuterte Beat Brechbühl, Verwaltungsratspräsident der Flughafen Bern AG.

Der Regionalflughafen Sitten habe mit seinem neuen Gebäude für diese Kundengruppe Erfolg, Bern wolle ebenfalls etwas haben, das «nicht überkandidelt», aber «state of the art» sei, so Brechbühl. Geschäftskunden verlangten Diskretion und Schnelligkeit bei der Abfertigung und seien bereit, dafür zu bezahlen.

Die Geschäftsfliegerei ist laut Brechbühl ein wichtiges Standbein des Flughafens, und dieses wolle man weiterhin pflegen. Die Kleinaviatik, also Sportflieger, Flugschulen und dergleichen, wird im Belpmoos weiterhin Platz haben. Um Friktionen zu minimieren, wird quer über das Flughafengelände ein neuer Rollweg geplant. Auf der Südseite des Flughafengeländes werden Hangars gebaut und Flugzeugabstellflächen eingerichtet. Erstellt wird auch ein Standlauf-Shelter. Damit werden die Antriebe von Maschinen nicht mehr im Freien über lange Zeit laufen gelassen, sondern in einem Gebäude, was die Ohren in der Umgebung schont.

Digitalisierung ist auch im Flugwesen ein grosses Thema. Brechbühl sagte, die Flugaufsichtsbehörde Bazl werde nächstens bekannt geben, ob der satellitengestützte Anflug eingeführt werden könne. Dadurch würden steilere Anflugrouten möglich, was laut Brechbühl für etliche Siedlungsgebiete Lärmreduktionen bringen, für einige wenige aber auch zu Mehrbelastungen führen würde.

Noch Zukunftsmusik ist ein selbstfahrender Bus, der einst die Direktverbindung mit Bern ermöglichen soll. Brechbühl betonte aber, dass die Anbindung mit dem ÖV besser sei als ihr Ruf. Zudem sei Belp auch mit dem eigenen Auto gut erreichbar und biete genug Parkplätze, so Brechbühl.

Der Bund

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