Bund bewilligt Südanflug auf Bern-Belp

Mit der neuen Regelung kann Bern-Belp neu auch aus Richtung Oberland angeflogen werden. Dies bedeutet mehr Fluglärm fürs Aaretal. Rund um die Stadt Bern wirds dafür ruhiger.

Neu könnte der Flughafen Bern-Belp auch aus dem Süden angeflogen werden. Im Bild eine Landung aus Richtung Norden.

Neu könnte der Flughafen Bern-Belp auch aus dem Süden angeflogen werden. Im Bild eine Landung aus Richtung Norden. Bild: Adrian Moser

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) hat den satellitengestützen Südanflug auf den Flughafen Bern bewilligt. Gegen das Projekt waren 2014 hunderte Einsprachen eingegangen.

Das Bazl hat nach aufwendigem Prüfungsverfahren die entsprechende Änderung des Flughafen-Betriebsreglements bewilligt, wie das Amt am Dienstag mitteilte. Damit der satellitengestützte Instrumentenanflug von Süden her erfolgen kann, müssen noch diverse Infrastrukturen bereitgestellt werden. Die dazugehörigen Pläne hat das Bundesamt für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) ebenfalls genehmigt. Die beiden Entscheide können noch ans Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden.

Die Berner Flughafenbetreiber reichten die notwendigen Gesuche 2013 ein. Das Vorhaben stiess namentlich bei Gemeinden und in der Privatfliegerei auf Widerstand. Über 200 Einsprachen - viele von Einzelpersonen - gingen ein.

Kein Einfluss auf Zahl der Flugbewegungen

Die Flughafen Bern AG betonte am Dienstag in einer Mitteilung, das satellitengestütze Anflugverfahren habe keinen Einfluss auf die Anzahl Flugbewegungen und vereinfache den Betrieb. Zudem würden die Siedlungsgebiete von Bern, Muri und Allmendingen entlastet, ohne dass besiedelte Gebiete neu durch Fluglärm übermässig in Mitleidenschaft gezogen würden.

Braucht Bern den Flughafen Belpmoos? Diskutieren Sie mit im «Stadtgespräch»:

Die Flughafenbetreiberin freute sich laut Mitteilung über den Entscheid aus Bundesbern. Gleichzeitig sei man sich aber auch bewusst, dass die Einführung des neuen Verfahrens in der Bevölkerung zu einer gewissen Verunsicherung führe. Der Flughafen verfügt derzeit über kein instrumentenbasiertes Anflugverfahren auf die Piste 32. Die Betreiber vergleichen diesen Zustand in ihrer Mitteilung mit einem «Sackbahnhof».

Das neue Verfahren ziele darauf ab, Durchstartmanöver und Ausweichlandungen zu reduzieren. Die Ab- und Anflüge auf die Piste 32 würden sich künftig nicht mehr entgegenfliegen und das Kreuzen von Flugwegen werde reduziert. Dies vermeidet laut Flughafenbetreiberin Wartezeiten in der Luft und am Boden und diene der Sicherheit. Für das neue Anflugregime werden rund 3'300 Landungen aus südlicher Richtung pro Jahr prognostiziert, wie die Flughafen Bern AG weiter mitteilte. Dies entspreche im Durchschnitt acht bis zehn Landungen pro Tag. (spr/sda)

Erstellt: 23.01.2018, 11:35 Uhr

Artikel zum Thema

Weniger Fluglärm über der Stadt Bern

Der Flughafen Bern-Belp möchte technisch aufrüsten. Die Folge des neuen Südanflugregimes: eine Umverteilung des Fluglärms. Nun machen die Gegner mobil. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Immobilien

Kommentare

Werbung

Urban und trendy?

Mal im Selbstversuch, mal beim Ortstermin. Oft mit Nachgeschmack. Immer allumfassend.

Die Welt in Bildern

Abkühlung: Der kleine Gorilla Virunga wird von seiner Mutter Nalani durch den Biopark Valencia in Spanien getragen. Virunga ist der zweite Gorilla, der im Rahmen des europäischen Artenschutzprogrammes geboren wurde. (17.August 2018)
(Bild: Manuel Bruque/EPA) Mehr...