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Bolligen plant beim Bahnhof ein neues Gemeindehaus

Gut sechs Millionen Franken soll die neue Bolliger Gemeindeverwaltung kosten. Bis zur Realisierung sind aber noch einige Hindernisse zu überwinden.

Auf dem Areal des ehemaligen Schulhauses an der Flugbrunnenstrasse sollen neue Wohnhäuser entstehen.
Auf dem Areal des ehemaligen Schulhauses an der Flugbrunnenstrasse sollen neue Wohnhäuser entstehen.
Valérie Chételat

Durch die geplante neue Nutzung des Areals beim Schulhaus an der Flugbrunnenstrasse als Wohngebiet kommt der Gemeinderat in Zugzwang: Die heutige Gemeindeverwaltung an der Hühnerbühlstrasse befindet sich am Rand dieses Areals. Wird der Standort verlegt, kann die Gemeinde auch diese Parzelle zur Wohnnutzung freigeben und dafür einen ordentlichen Baurechtszins einstreichen.

Der Gemeinderat spreche sich für eine Verlegung zum Bahnhof aus, sagte Gemeindepräsidentin Kathrin Zuber (FDP) am Dienstag an einer Medienkonferenz. So könne man das heute wenig genutzte Bahnhofareal weiterentwickeln. Gespräche werden mit der Landi, der UBS und dem RBS geführt.

Die UBS ist derzeit in einem sanierungsbedürftigen Gebäude der Gemeinde eingemietet. Die Bank hat signalisiert, dass sie am Standort Bolligen festhalten möchte. Vorteilhaft wäre eine Verlegung der Gemeindeverwaltung auch für die Landi, soll doch die Möglichkeit für höhere Gebäude geschaffen werden. «Es ist uns ein sehr grosses Anliegen vorwärtszukommen», sagte Zuber. Die Kosten für einen Neubau werden auf 6,4 Millionen Franken veranschlagt.

Auch ein Verbleib am heutigen Standort wäre nicht gratis, die Liegenschaften sind stark sanierungsbedürftig. «Die Kosten wären wohl ähnlich wie bei einem Neubau», erklärte Gemeinderat Niklaus Wahli (SP). Zudem sei eine Sanierung nicht «unter Betrieb» durchführbar, es brauchte sehr wahrscheinlich ein Provisorium. Am Bahnhof dagegen könne ein lebhaftes Zentrum mit Angeboten für Dienstleistung und Verkauf entstehen.

Gemeinderat will Carte blanche

Der Gemeinderat hat auch andere Standorte geprüft, sie schnitten aber in einem Quervergleich weniger gut ab. Mit einer neuen Gemeindeverwaltung könnte man beim Bahnhof einen Entwicklungsschub auslösen. Zuletzt wurde auf dem Areal ein Studentenwohnheim erstellt.

Noch ist der Bahnhof als Standort nicht in Stein gemeisselt, denn für die Realisierung braucht es auch die Landi und den RBS als Partner. Darum kämen auch die Kleine Fellmatt, wo sich heute Parkplätze befinden, und das Gelände des Oberstufenzentrums Eisengasse infrage. Beide Areale befinden sind in der Nähe des Bahnhofs.

Mit einigen Schwierigkeiten behaftet ist der weitere politische Weg. An der Gemeindeversammlung vom 6. Juni wird nicht nur der Kredit von 6,4 Millionen Franken dem Volk vorgelegt werden, der Gemeinderat will sich auch eine Carte blanche für das weitere Vorgehen erteilen lassen. Lässt sich der Standort Bahnhof nicht verwirklichen, so würde auf der Kleinen Fellmatt oder beim Oberstufenzentrum Eisengasse gebaut.

Zudem soll der Gemeinderat ermächtigt werden, das Projekt in eigener Regie zu realisieren. Allerdings würde die notwendige Zone für Planungspflicht ZPP sowie ein allfälliger Baurechtsvertrag für die Parzelle, auf der heute das UBS-Gebäude steht, später noch vors Volk kommen.

Gemeindepräsidentin Kathrin Zuber glaubt, dass das Projekt bei der Bevölkerung auf ein positives Echo stossen wird. Den Zeitplan – bereits im nächsten Jahr soll ein Wettbewerb durchgeführt werden – bezeichnete Zuber als mutig und ehrgeizig.

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