BLS öffnet Fächer bei der Standortsuche für ihre Werkstätten

Neben Riedbach und Bern-Niederbottigen werden auch weitere Standorte für die BLS-Werkstätten in Betracht gezogen. Darunter Thun-Nord und das Chonolfingemoos.

Die BLS hat die Suche nach Standorten für ihre Werkstätten erweitert.

Die BLS hat die Suche nach Standorten für ihre Werkstätten erweitert.

(Bild: Adrian Moser)

Der Aufschrei war gross, als die BLS vor gut einem Jahr ihre Pläne für eine neue Werkstätte in Bern-Riedbach offenlegte. Seither sucht eine breit abgestützte Begleitgruppe nach Alternativen. Am Dienstag präsentierte sie ein Zwischenergebnis: fünf Standorte sollen näher geprüft werden.

Das Ei des Kolumbus hat die Begleitgruppe bisher nicht gefunden, wie deren Leiter, alt SP-Grossrat Bernhard Antener, vor den Medien unumwunden zugab. Die Anforderungen an ein geeignetes Terrain sind hoch: So soll möglichst wenig Kulturland verbraucht werden und der Standort aus bahntechnischer Sicht gut erschlossen sein.

Und ist ein solcher Platz ausgemacht, braucht es auf den Schienen auch noch genügend Trassenkapazität, um die Züge zum Unterhalt oder zur Reparatur in die Werkstätte fahren zu können. Ein notorisches Nadelöhr in dieser Beziehung ist Bern-Wankdorf.

Bern-West, Konolfingen und Thun

Über 40 Standorte prüfte die Begleitgruppe in den letzten Monaten. Näher unter die Lupe nehmen will sie nun Standorte in Bern-West, Thun und Konolfingen.

Im Westen von Bern will die Gruppe mögliche Standorte in Bern-Niederbottigen, Bern-Riedbach sowie das Gebiet östlich und westlich davon genauer anschauen. In Konolfingen geht es um das Chonolfingemoos und in Thun um den Entwicklungsschwerpunkt Thun Nord bei der Allmendstrasse.

Der Dialog mit möglichen betroffenen Grundeigentümern ist bereits angelaufen. «Freude hat natürlich niemand, wenn wir kommen», räumte Antener ein.

Land zu geben für den öffentlichen Verkehr sei nicht sonderlich attraktiv. «Ginge es um die Ansiedlung eines finanzkräftigen Biotechunternehmens, wäre es wohl ein bisschen anders», vermutete Antener. Dennoch will seine Gruppe der BLS bis im kommenden Herbst eine Standortempfehlung abgeben.

Ideale Voraussetzungen bieten wohl die wenigsten der fünf ins Auge gefassten Standorte. In Thun etwa soll das Areal dereinst für hochwertige Nutzungen bereitstehen, also Wohnungen und Arbeitsplätze. Der Stadt erscheint der Standort für eine BLS-Werkstätte ungeeignet, wie sie am Dienstag mitteilte.

In Konolfingen wohnen in der Nähe des Chonolfingemoos rund 800 Menschen. Und auch in Bern West dürften verschiedene Vorbehalten nicht auszuschliessen sein.

Sturm der Entrüstung

Im Dezember 2014 entschied die BLS, ihre Werkstätten auf zwei Standorte zu konzentrieren, Spiez und einen Neubau im Raum Bern. Der Neubau werde nötig, weil etwa ab 2020 die von der SBB gemietete Werkstätte in der Berner Aebimatt wegfalle, begründete die BLS damals den Entscheid.

Im März 2015 wurde bekannt, dass die BLS im Weiler Buech beim Bahnhof Riedbach den Neubau realisieren will. 20 Grundeigentümer müssten dafür Land geben. Mitten auf dem 20 Hektar grossen Areal steht ein Bauernhof. Ein Sturm der Entrüstung brach los. Daraufhin stimmte die BLS der Bildung einer unabhängigen, politisch breit abgestützten Begleitgruppe zu.

Nichts ist sakrosankt

Für die Begleitgruppe ist auch die Zweistandorte-Strategie der BLS nicht sakrosankt, ebenso wenig wie andere, von der BLS berücksichtigte Kriterien. So legt die Gruppe beispielsweise ein grösseres Gewicht auf Raumplanungsfragen.

Zudem denkt die Gruppe auch über eine Dreistandorte-Strategie nach: wie bei der BLS wäre der ausgebaute Standort Spiez gesetzt, dann sollten die schweren Unterhaltsarbeiten voraussichtlich in Bönigen angesiedelt werden und die leichten an einem der anderen in Frage kommenden Standorten. «Noch ist alles offen», betonte Antener vor den Medien. In den nächsten Monaten würden solche Fragen nun erörtert.

sda/gbl

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