BKW muss mehr für Stilllegung zahlen

Die BKW sieht keinen Bedarf für zusätzliche Rückstellungen. Diese fordert der Bund für die Stilllegung des AKW Mühleberg.

Mühleberg ist das erste Schweizer Atomkraftwerk, das stillgelegt werden soll.

Mühleberg ist das erste Schweizer Atomkraftwerk, das stillgelegt werden soll. Bild: Esther Michel

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der bernische Energiekonzern BKW geht davon aus, dass er für die Stilllegung seines Atomkraftwerks in Mühleberg keine zusätzlichen Rückstellungen machen muss. Die Finanzierung für Stilllegung und Entsorgung sei nach wie vor Kurs, hielt die BKW am Donnerstag fest.

Mühleberg ist das erste Schweizer AKW, das stillgelegt werden soll. In fast genau zwei Jahren ist es soweit, am 20. Dezember 2019. Die Arbeiten laufen laut BKW auf Hochtouren, die Stilllegungsverfügung des Bundes soll Mitte 2018 eintreffen. Die Vorgaben für die Finanzierung kommen ebenfalls vom Bund. Nach den neusten Zahlen soll die BKW jährlich 18,3 Millionen Franken in den Entsorgungsfonds zahlen, das sind 1,1 Millionen mehr als bisher vorgesehen. Die Beiträge in den Stilllegungsfonds legte die zuständige Kommission für die BKW bei provisorisch 12,1 Millionen Franken statt 0 Franken jährlich fest.

Die Kosten für die Stilllegung bleiben aber gleich, wie die BKW betont. Denn die höheren Beiträge seien lediglich eine Folge der aktuellen gesetzlichen Bestimmungen.

Der Gesetzgeber gehe heute davon aus, dass die Planung der Stilllegung erst in Angriff genommen wird, nachdem das Kraftwerk vom Netz geht. Die BKW habe mit der Planung aber bereits 2013 begonnen und bezahle die Kosten laufend direkt.

Trotzdem müsse sie nun die Projektierungskosten auch noch in den Stilllegungsfonds einzahlen. Und dazu gehörten auch die bereits geleisteten Zahlungen. Die Gelder könne die BKW ab 2020 aus dem Fonds zurückfordern.

Die Stilllegungs- und Entsorgungsfondsverordnung soll revidiert werden. Die BKW geht davon aus, dass die Bestimmungen angepasst werden und künftig keine vorübergehend doppelte Finanzierung mehr notwendig sein wird. (nj/sda)

Erstellt: 21.12.2017, 12:28 Uhr

Artikel zum Thema

Atomaufsicht will sich Kontrolle über AKW-Stilllegung sichern

Das Ensi beurteilt das Stilllegungsprojekt für das AKW Mühleberg als sicher. Doch die Aufsicht stellt auch 35 Forderungen – um die Kontrolle darüber zu behalten. Mehr...

Während der Revision werden im AKW die Risse gemessen

Das AKW Mühleberg ist für die Jahresrevision vom Netz. Dabei werden die Risse im Kernmantel gemessen. Ein zu grosses Wachstum würde das Aus für das AKW bedeuten. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von DerBund.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Werbung

Immobilien

Kommentare

Die Welt in Bildern

Royale Brückenbauerin?: Kate besucht die neuen Brücke zwischen dem Hafen von Sunderland und der Stadtmitte. Sie traf Ingenieure, die betroffene Bevölkerung und die beschäftigten Bauarbeiter. (21. Februar 2018)
(Bild: Chris Jackson/Getty Images) Mehr...