Bis der Gletschersee leer ist, dauert es noch Tage

Der Favergessee auf Plaine Morte-Gletscher läuft nur langsam aus. Das verhindert ein Hochwasser – Wanderer sind dennoch gewarnt.

Der Favergessee läuft aus – bisher ohne Folgen. (Archiv)

Der Favergessee läuft aus – bisher ohne Folgen. (Archiv)

(Bild: Keystone Handout/Geopraevent)

Das Schmelzwasser des Favergessee auf dem Plaine Morte-Gletscher fliesst weiterhin gemächlich Richtung Simmental, ohne dass dies zu Hochwasser führt. Bis sich der angestaute Gletschersee bei diesem Abflusstempo ganz entleert hat, dürfte es noch rund eine Woche dauern.

An der Simme werde derzeit eine Wassermenge von 12-14 Kubikmetern Wasser pro Sekunde gemessen, sagte der Lenker Gemeindepräsident Christian von Känel am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Diese Werte liegen deutlich unter den Abflussmengen früherer Sommer, als bis zu 30 Kubikmetern pro Sekunde abflossen.

Der Favergessee oberhalb von Lenk hat sich inzwischen um rund einen Drittel entleert. Am Dienstag war es rund ein Viertel gewesen. Von Känel präzisierte damit seine Angaben vom Vortag, wonach bereits am Dienstag ein Drittel abgeflossen war.

Bleibt das Abflusstempo gleich, rechnet von Känel damit, dass es noch rund acht Tage dauert, bis sich der See ganz entleert hat. Keine grossen Sorgen bereiten dem Gemeindepräsidenten auch die Niederschläge, die nicht zu einem grösseren Anschwellen der Simme führen.

Systematische Überwachung

Die Warnhinweise entlang der Wanderwege an der Simme bleiben bestehen. Die Gemeinde hatte die Bevölkerung vor einer Woche vor den möglichen Hochwasser gewarnt, da sich der Favergessee auf rund 2700 Metern Meereshöhe dem Höchststand annäherte. Der See hat ein Fassungsvermögen von 1,5 bis 2 Millionen Kubikmeter Wasser.

Die Gletscherseen auf der Plaine Morte im Grenzgebiet der Kantone Bern und Wallis werden mit Kameras und einer Pegelmessung überwacht. Seit mehreren Jahren laufen die Seen jeweils anfangs August aus, vor einem Jahr war dies beim Favergessee rund um den 8. August der Fall.

Das Schmelzwasser rauschte damals mit höherer Geschwindigkeit ins Tale, jedoch ohne Schäden anzurichten. Auslöser der systematischen Überwachung war ein erster grösser Ausbruch im Jahre 2011. Damals trat die Simme an mehreren Stellen über die Ufer. Seither wird das Abflusssystem des Gletscherwassers von Forschern untersucht.

zec/sda

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