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Besserer Schutz für wertvolles Kulturgut

Die Schule für Holzbildhauerei in Brienz ist in den vergangenen Monaten saniert worden.

Schnitzwerk in der Schnitzlerschule in Brienz.
Schnitzwerk in der Schnitzlerschule in Brienz.
zvg

Nun verfügt die Institution über einen Raum, in dem die wertvolle Sammlung besser geschützt aufbewahrt werden kann.

Rund 13'000 Skulpturen, Zeichnungen, Fotos und Vorlagen gehören zur umfangreichen Sammlung der rund 130-jährigen Brienzer Schnitzlerschule, wie aus einer Mitteilung der bernischen Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion vom Dienstag hervorgeht.

Bis anhin war die Sammlung im Dachgeschoss ohne Brandschutz eingelagert und nur schlecht zugänglich. In dem neuen Lagerraum herrschen klimatisch optimale Bedingungen für die sichere Aufbewahrung der Exponate.

Nebst dem Bau des neuen Schutzraums an der Südseite, wurde der Gebäudekomplex saniert und den aktuellen Bedürfnissen angepasst. «Mit dem Umbau ist die Übersetzung der Tradition in die Moderne gelungen», sagte die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer an der Einweihungsfeier laut Redetext.

Das Schulgebäude erfüllt nach der Sanierung den Minergie-Standard. Auf dem Dach wurde eine Photovoltaik-Anlage installiert. Sie deckt den Energiebedarf der Schule rund anderthalb mal ab.

Lange Tradition

Die Holzschnitzerei hat in der Region Brienz eine lange Tradition. Einheimische sollen im Hungerjahr 1816 begonnen haben, Holzschnitzereien zu fertigen und sie an Touristen zu verkaufen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in der Gegend nicht weniger als 650 Holzbildhauer.

1884 wurde die «Schnätzi», wie die Einheimischen die Institution liebevoll nennen, gegründet. Seit 1928 ist sie eine Fachschule und Lehrwerkstatt des Kantons Bern.

Die Schnitzlerschule fand immer wieder internationale Beachtung, so etwa an der Weltausstellung von Paris 1900 mit dem geschnitzten «Brienzer Zimmer». Dieses ist heute im Bundeshaus in Bern eingebaut.

Auch an der Weltausstellung in Shanghai vor vier Jahren konnten Besucher mitverfolgen, wie Brienzer Schnitzler Bären herstellten. Heute werden in Brienz längst nicht mehr nur Adler, Bären oder Steinböcke geschnitzt. Zum Repertoire gehören beispielsweise auch eher ausgefallene Dinge wie ein geschnitzter Kunststoffboden für ein orientalisches Bad oder ein Gehäuse für ein Konzert-Cembalo

Unterrichtet wird in Brienz nicht nur Holzbildhauerei, sondern auch Drechslerei, Küferei sowie Korb- und Flechtgestaltung.

SDA/zec

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