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Bescheidenheit garantiert noch keine Euphorie

Auch «bescheidene» Spiele sind noch lange kein Selbstläufer an der Urne.

MeinungMarc Lettau
Das internationale olympische Komitee will dem Gigantismus einen Riegel vorschieben und kleinere Spiele als in den letzten Jahren.
Das internationale olympische Komitee will dem Gigantismus einen Riegel vorschieben und kleinere Spiele als in den letzten Jahren.
Laurent Gillieron

Die Initianten der Olympiakandidatur «Sion 2026» verzichten in ihren Plänen jetzt auf eine Grossschanze in Kandersteg. Ist das Ausdruck von Unentschlossenheit? Nein, im Gegenteil. Der ursprüngliche Plan, in Kandersteg nur für die Zeitdauer der Spiele eine Schanze zu bauen und diese nach dem Sportfest wieder abzureissen, war nämlich ein schlechter. Er widersprach der Absicht der Olympiapromotoren rund um Ständerat Hans Stöckli, Spiele zu entwerfen, für die wo immer möglich bestehende Infrastrukturen genutzt werden. Die «grossen Sprünge» in Engelberg statt Kandersteg vorzusehen, ist also richtig. So rückt das Projekt näher an das vom Internationalen Olympischen Komitee formulierte Ziel, den olympischen Gigantismus zu bremsen und «bescheidenere» Spiele zu organisieren.

Nur garantiert diese neue, sehr relative olympische «Bescheidenheit» längst noch keine Ephorie. Angesichts der Spiele der Gegenwart überwiegt die Skepsis. Eben haben die Tiroler sich nach einem klaren Volksentscheid für 2026 aus dem Rennen genommen. Lustlos wirken die als zu teuer kritisierten Stockholmer Olympiapläne. Und im Frühjahr wurde an der Urne die Bündner Kandidatur 2026 versenkt. Sorgen zur Nachhaltigkeit, zur Sicherheit und zu den Sicherheitskosten waren da mit ausschlaggebend. Vorausgesetzt der Bundesrat stützt die Kandidatur, stehen «Sion 2026» nicht viele ernsthafte Mitbewerber gegenüber. Aber auch für die «bernische» Kandidatur «Sion 2026» wird die Stunde der Wahrheit nicht im olympischen Wahlverfahren, sondern zuvor an der Urne schlagen – in Bern, Freiburg, Lausanne und Sitten.

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