BDP unterstützt in Belp den SP-Kandidaten

In Belp kämpfen SP und SVP ums Gemeindepräsidium. Für Aufsehen sorgt die BDP: Sie stellt sich hinter den Sozialdemokraten.

Im Rennen fürs Gemeindepräsidium in Belp zwischen Stefan Neuenschwander (SP, links) und Benjamin Marti (SVP, rechts) stellt sich die BDP hinter den SP-Kandidaten.

Im Rennen fürs Gemeindepräsidium in Belp zwischen Stefan Neuenschwander (SP, links) und Benjamin Marti (SVP, rechts) stellt sich die BDP hinter den SP-Kandidaten.

(Bild: Franziska Scheidegger)

Adrian Schmid@adschmid

Die BDP schert einmal mehr aus dem bürgerlichen Block aus – dieses Mal in Belp. Dort wird am 25. Oktober ein neuer Gemeindepräsident gewählt. Fürs Stechen haben sich Benjamin Marti (SVP) und Stefan Neuenschwander (SP) qualifiziert. Die BDP unterstützt nun nicht etwa den bürgerlichen Kandidaten Marti. Die Bürgerlich-Demokratische Partei empfiehlt den linken Bewerber Neuenschwander zur Wahl.

BDP-Präsident Hans Bachmann sagt, es gehe der Partei nicht darum, die Rechten zu schwächen respektive den Linken zu helfen. Vielmehr habe die BDP beide Persönlichkeiten beurteilt – und da habe Neuen­schwander besser abgeschnitten. «Er ist weniger verbraucht und kommt bei den Leuten besser an als Marti», sagt Bachmann auf Anfrage des «Bund». Die BDP frage sich, ob Marti ein Präsident für alle Belperinnen und Belper sein werde. «Uns ist wichtig, dass es der Gemeinde gut geht.»

Wie beim Regierungsrat

Ähnlich verhielt sich die Partei Anfang Jahr auf kantonaler Ebene. Bei den Regierungsratsersatzwahlen stellte sich die BDP hinter einen von zwei SVP-Kandidaten – Pierre Alain Schnegg, der auch gewählt wurde. Für die zweite Vakanz beschloss die BDP Stimmfreigabe und unterstützte damit indirekt Christoph Ammann (SP). Ammann setzte sich denn auch gegen Lars Guggisberg (SVP) durch. In SVP-Kreisen fragte man sich deshalb, ob die BDP überhaupt noch eine bürgerliche Partei sei. Ähnliche Vorwürfe dürften jetzt auch in Belp an die BDP gerichtet werden. «Wir nehmen das in Kauf», sagt Bachmann. Er betont, dass die bürgerliche Mehrheit im Belper Gemeinderat durchaus im Sinne der BDP sei. Die SVP stellt drei Sitze, die EDU einen.

Die BDP hingegen ist künftig in Belps Gemeindeexekutive nicht mehr vertreten. Vizegemeindepräsidentin Fabienne Bachmann, die Ehefrau des BDP-Präsidenten, wurde am 25. September abgewählt. Sie kandidierte auch erfolglos für das Gemeindepräsidium. Bevor sich die BDP von der SVP abspaltete, hatte Bachmann bei der SVP politisiert. Im ersten Wahlgang fürs Gemeindepräsidium holte Marti 1120 Stimmen, Neuenschwander 967. Auch wenn der Abstand klein ist: Es ist weiterhin fraglich, ob Neuenschwander seinen Gegner überholen kann – trotz den Stimmen des Mitte-links-Lagers inklusive BDP. Denn auch Marti wird von anderen Parteien unterstützt, allen voran von der EDU. Deren Kandidat Stefan Oester sicherte sich im ersten Durchgang mit 689 Stimmen den dritten Rang. BDP-Kandidatin Bachmann schaffte nur 404 Stimmen. Marti ist nach wie vor in der Poleposition. Möglicherweise bringt die BDP-Empfehlung aber neuen Schwung in den Wahlkampf.

Neuenschwander ist 31-jährig und der Sohn des derzeitigen Belper Gemeindepräsidenten Rudolf Neuenschwander (SP), der Ende Jahr aufhört. Am 25. September wurde Stefan Neuenschwander neu in den Gemeinderat gewählt. Marti sitzt seit vier Jahren in der Belper Exekutive und ist dort für die Finanzen zuständig. Marti ist 46 Jahre alt.

Der Bund

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