Weiterer Amtsverzicht in Worb

Nach Jonathan Gimmel (SP) schlägt auch Guy Lanfranconi (FDP) seine Wahl in den Gemeinderat aus. Der freisinnige Hanspeter Stoll hingegen will sein Mandat weiter ausüben.

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Der eine will, der andere nicht: Die beiden bisherigen Worber FDP-Gemeinderäte, die sich noch Bedenkzeit ausbedungen hatten, ob sie nach den Wahlquerelen ihr Mandat annehmen wollen, haben sich entschieden. Hanspeter Stoll wird sein Amt weiter bekleiden, Guy Lanfranconi hingegen hat gestern Abend im Parlament seinen Rücktritt erklärt. Damit steht fest, dass sich die Worber Exekutive ab Januar aus vier bisherigen und drei neuen Mitgliedern – wovon zwei Ersatzkandidaten sind – zusammensetzen wird.

Führungsidee zu unterschiedlich

Der Entscheid sei ihm nicht leichtgefallen, sagte Lanfranconi, der sich vor den Wahlen wie auch Stoll gegen den umstrittenen und schliesslich doch wiedergewählten Gemeindepräsidenten Niklaus Gfeller (EVP) gestellt hatte. Auf der einen Seite bereite ihm das Engagement für das Gemeinwohl viel Freude. «Auf der anderen Seite habe ich im vergangenen Jahr und in den vergangenen Tagen Eindrücke gewonnen, von denen ich mich distanzieren möchte», schreibt er in einer Stellungnahme.

Das Amt des Gemeinderats bestehe nicht nur aus der Departementsführung. Es gehe auch darum, die Mitverantwortung für die ganze Gemeindeführung zu übernehmen. «Wenn in der Führungsfrage der Gemeinde die Vorstellungen auseinanderliegen und keine Bereitschaft erkennbar ist, aus begangenen Fehlern zu lernen, schwindet der Glaube an den zukünftigen Erfolg.» Unter diesen Umständen sei es konsequent, auf das Amt zu verzichten.

Lädrach übernimmt Sitz

Die Zeit im Gemeinderat sei für ihn «intensiv und erfolgreich» gewesen, so Lanfranconi, der ab August 2011 als Bildungsvorsteher tätig war. Der Gemeinderat habe den Mut aufgebracht, bei den lange blockierten Grossprojekten Verkehrssanierung, Dreiklang und Ortsplanung «Halt» zu sagen und die Geschäfte anders anzugehen. Für die Verkehrssanierung und das Projekt Dreiklang habe der Weg frei gemacht werden können, (siehe Kasten) und die Ortsplanungsrevision sei gut aufgegleist.

Anstelle Lanfranconis wird der erste Ersatzmann, Markus Lädrach, in die Exekutive wechseln. Der diplomierte Ingenieur und Geschäftsführer der Otto Lädrach AG sass bis anhin für die FDP im Gemeindeparlament.

Stoll: Signale stimmen ihn positiv

Lanfranconis Parteikollege Hanspeter Stoll hat seinerseits Annahme der Wahl erklärt. Nach reiflicher Überlegung sei er zum Schluss gekommen, dass er sich weiterhin für Worb einsetzen wolle. Er komme so auch dem Willen vieler Wähler nach, die ihn am vorletzten Sonntag wieder in den Gemeinderat gewählt hätten. Entscheidend für seinen Entschluss sei ein langes und offenes Gespräch mit dem Gemeindepräsidenten Niklaus Gfeller (EVP) gewesen. «Dabei durfte ich feststellen, dass sich auch Niklaus Gfeller absolut bewusst ist, dass der Gemeinderat nun nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann, sondern sehr stark an sich wird arbeiten müssen», sagte Stoll auf Anfrage. Die vom Gemeindepräsidenten jetzt ausgesendeten Signale stimmten ihn für die weitere Zusammenarbeit «deutlich zuversichtlicher als noch vor ein paar Tagen», so der Sozialvorsteher.

Mit Lanfranconis und Stolls Entscheidung ist endgültig klar, wie der Worber Gemeinderat ab Januar zusammengesetzt sein wird. Definitiv Einsitz in der Worber Exekutive nehmen Niklaus Gfeller (EVP), Ernst Hauser (BDP), Ersatzmann Christoph Moser (SP), Ersatzmann Markus Lädrach (FDP), Hanspeter Stoll (FDP), Peter Hubacher (SVP) und der neu gewählte Thomas Leister (EVP). Anstatt der nach den Wahlen vorgesehen sechs bisherigen Gemeinderäte werden also nur mehr vier bisherige Mitglieder in der Exekutive vertreten sein. Die Departementsvergabe erfolgt am 17. Dezember. (Der Bund)

Erstellt: 11.12.2012, 08:28 Uhr

Hat seine Wahl zum Worber Gemeinderat ausgeschlagen: Guy Lafranconi (FDP). (Bild: zvg)

Ebenfalls zurückgetreten: Jonathan Gimmel (SP). (Bild: Valérie Chételat)

Überbauung Dreiklang

Nach fast zwei Jahren des Hin und Her im Bietverfahren konnten gestern die drei abtretenden Gemeinderäte Jürg Kaufmann (SP), Jonathan Gimmel (SP) und Guy Lanfranconi (FDP) zur Überbauung Dreiklang Erfreuliches berichten: Der Investorenwettbewerb zum Projekt Dreiklang kann – sechs Monate nach Einsetzung der gemeinderätlichen Delegation – erfolgreich abgeschlossen werden. Nach mehreren Redimensionierungs- und Angebotsrunden wurde der Zuschlag der IG Hofmatt erteilt. Der Zusammenschluss der Worber Unternehmer hat sich im Verfahren gegen die Baumag AG, die Frutiger AG, die Losinger-Marazzi AG und die Marti Generalunternehmung AG durchgesetzt.

Auf dem heute unbebauten, als Parkplatz genutzten Hofmatt-Areal entsteht mit der IG Hofmatt als Investorin eine Überbauung mit 38 Alterswohnungen, Läden, einer Aldi-Filiale sowie einer einstöckigen Autoeinstellhalle mit 67 Parkplätzen. Zusätzlich werden 133 oberirdische Parkplätze gebaut.Die beiden revidierten Schlussangebote der Losinger-Marazzi AG und der IG Hofmatt hätten nahe beieinandergelegen, sagte Kaufmann. Das Angebot der IG falle mit einem Baurechtszins von 200 000 Franken zwar um 10 000 Franken weniger gut aus als jenes der Losinger-Marazzi AG. Das Angebot der IG basiere aber auf einem durchdachten Nutzungskonzept, welches speziell auf das «Wohnen im Alter» fokussiere. Die Domicil Bern AG hat mit der IG Vorverträge für die Alterswohnungen abgeschlossen. Im Februar soll der Baurechtsvertrag unterzeichnet werden, die Realisierung der Überbauung ist für 2015/16 vorgesehen.

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