Viel Lärm um eine Handvoll Maschinen

Die Vorbehalte gegenüber dem neuen Südanflug-Regime des Flughafens Bern-Belp sind nachvollziehbar. Dennoch: Für Winkelriedereien besteht kein Anlass, denn Belp ist längst nicht mit Kloten vergleichbar.

75'000 Flugbewegungen pro Jahr - das ist der «Deckel», mit dem der Flughafen Bern-Belp umgehen muss.

75'000 Flugbewegungen pro Jahr - das ist der «Deckel», mit dem der Flughafen Bern-Belp umgehen muss.

(Bild: Adrian Moser)

Christoph Lenz@lenzchristoph

Acht bis zehn zusätzliche Landeanflüge pro Tag. Das will die Flughafenbetreiberin Alpar den Gemeinden des südlichen Aaretals zumuten. Keine Frage: Es ist eine Mehrbelastung. Entsprechend berechtigt sind die Vorbehalte, die nun von Politikern und Bürgern zwischen Münsingen und Steffisburg geäussert werden.

Entsprechend wichtig ist es auch, dass die Alpar-Führungsriege erstens ihre Absichten offen kommuniziert, wenn sie in den kommenden Wochen durch die Versammlungssäle der Region tingelt. Und dass sie zweitens nicht nur in den nächsten Jahren, sondern auch darüber hinaus den «Deckel» von 75'000 Flugbewegungen pro Jahr und das Nachtflugverbot respektiert und die Anflüge fair auf die Routen verteilt. Transparenz und Verlässlichkeit seitens der Alpar bilden die Grundlage jedes Fluglärmkompromisses in der Region Bern.

Belp ist nicht Kloten

An die Adresse der Fluglärmgegner, auch der Umweltverbände, darf zugleich gesagt werden: Für Winkelriedereien besteht kein Anlass. In Bern und Muri erduldet man seit Jahren ein Mehrfaches jener Lärmbelastung, die nun dem Aaretal blüht – ohne grosses Aufheben. Warum auch? Die Überflüge haben die Immobilienpreise nicht ins Trudeln gebracht. Auch Fälle von schweren Gesundheitsschäden durch Lärmstress sind nicht bekannt.

Umso merkwürdiger mutet die Umtriebigkeit mancher Lärmgegner an. Es scheint geradezu, als wollten sie einen Zürcher Problemdiskurs nach Bern importieren. Der feine Unterschied: Der Flughafen Kloten zählt zehnmal mehr Instrumentenflugbewegungen pro Jahr. Mit massiv schwereren Maschinen, die meisten mit potenten Düsentriebwerken ausgerüstet. Bei deutlich flacheren Anflugrouten. So bleibt zu hoffen, dass die Flughafengegner auch die eigenen Lärmemissionen bedenken. Und in der Lärm-Diskussion auf schrille Töne verzichten.

DerBund.ch/Newsnet

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