«Unsere Offenheit muss bestehen bleiben»

Der Verein «Offene Heiliggeistkirche Bern» will nach der Bombendrohung an seiner Praxis nichts ändern. Auch die Polizei wird das Aufgebot an öffentlichen Plätzen nicht erhöhen.

  • loading indicator
Marina Stalder@MarinaStalder

Einen Tag nach der Bombendrohung in der Heiliggeistkirche in Bern zeigt ein Augenschein vor Ort, dass das Leben hier wieder in gewohnten Bahnen verläuft. Die Kirche ist wieder geöffnet und lässt auch im Innenraum nichts mehr von der stundenlangen Abriegelung durch die Polizei erkennen. Der Einsatz sei nun vor Ort abgeschlossen, einzig liefen medizinische und strafrechtliche Abklärung bezüglich des 21-jährigen Mannes, der am Freitag in der Kirche festgenommen worden war, ebenso wie Ermittlungen bezüglich der festgestellten Gegenstände, so Ramona Mock, Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern. Weiter könne derzeit noch nicht informiert werden.

Am Freitagnachmittag ist das Gebiet um die Heiliggeistkirche abgeriegelt worden, weil kurz nach 13.30 Uhr eine Bombendrohung eingegangen ist. Rund zwei Stunden später liess die Kantonspolizei vermelden, dass sie im Innern der Kirche einen jungen Mann angehalten habe, welcher sich auffällig benommen habe. In der Kirche konnten zudem verdächtige Gegenstände konfisziert werden, die «durch geeignete Geräte unschädlich gemacht» wurden. Nach 18.30 Uhr entspannte sich die Lage und die Absperrungen wurden weitgehend entfernt.

Offenheit der Kirche soll bewahrt bleiben

Mitten im Geschehen in der Heiliggeistkirche waren Freiwillige des Vereins «Offene Heiliggeistkirche Bern». Mit ihnen habe Conradin Conzetti, Präsident des Vereins, jedoch noch keinen Kontakt aufnehmen können und kann daher über deren Erlebnisse keine Auskunft geben. Viele Informationen bezüglich des Polizeieinsatzes habe Conzetti selber nicht, den Vorfall habe er ebenfalls von aussen wahrgenommen. Ihn interessiere es aber mehr, welche Absichten und Gründe der junge Mann hatte, als seine Typisierung als Afghaner.

Für Conradin Conzetti ist es wichtig, dass das Leben in und um die Heiliggeistkirche normal weiter geht. «Unsere Offenheit ist grundlegend wichtig und muss auch nach diesem Ereignis bestehen bleiben.» Klar sei für Conzetti deshalb, dass der Vorfall kein Infragestellen der Grundwerte des Vereins auslöse und man die Menschen weiterhin offen in der Heiliggeistkirche empfangen wolle.

Kein erhöhtes Polizeiaufgebot

Der Vorfall am Freitagnachmittag wird wohl keinen weiteren Einfluss auf den Alltag der Bernerinnen und Berner ausüben. Laut Ramona Mock seien weder ein erhöhtes Polizeiaufgebot an öffentlichen Plätzen, noch vermehrte Personenkontrollen seitens der Polizei geplant. Der Einsatz sei so gross gefahren worden, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass keine Gefahr mehr bestehe. «Jetzt ist die Gefahr aber gebannt.»

DerBund.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt