Smaragdgebiet Oberaargau: über 300 Massnahmen realisiert

Im intensiv genutzten Schweizer Mittelland ist in den vergangenen Jahren ein regelrechter Hotspot der Biodiversität entstanden.

In sogenannten «Smaragdgebieten» wie dem Oberaargau, werden europaweit seltene und gefährdete Lebensräume und Arten geschützt.

In sogenannten «Smaragdgebieten» wie dem Oberaargau, werden europaweit seltene und gefährdete Lebensräume und Arten geschützt.

(Bild: Manu Friederich)

Mit über 300 Fördermassnahmen wurde im Oberaargau die Natur aufgewertet. Profitiert haben viele europaweit gefährdete Arten, wie etwa die Gelbbauchunke.

Europaweit werden in sogenannten Smaragdgebieten seltene und gefährdete Lebensräume und Arten geschützt. Die Schweiz ist Vertragsstaat der entsprechenden Konvention. Landesweit sind 37 Gebiete Teil des Smaragd-Netzwerks, eines der grössten liegt im Oberaargau.

Seit 2009 wurde dort die Natur mit verschiedensten Massnahmen aufgewertet. Eingebunden in das Projekt sind zahlreiche Partner, darunter vier Kantone, 19 Gemeinden und rund 90 Landwirte. Rund 1,5 Millionen Franken kostete die Aufwertung.

Für Biber wurden beispielsweise Pufferstreifen und Weidenkulturen angelegt, um Schäden vorzubeugen. Für die Helm-Azurjungfer, eine Libellenart, wurde ebenfalls speziell gepflegte Pufferstreifen an Wiesengräben und kleinen Gewässern angelegt. Für Schleiereulen, Turmfalken und andere Vögel haben zahlreiche Bauern Nistkästen installiert.

Durch solche und andere Massnahmen sei ein «Hotspot der Biodiversität» und eine Pilotregion der Biodiversitätsförderung, sagte der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher am Montag vor den Medien in Roggwil laut Redetext.

«Wird die Landschaft aufgewertet, werden Arten gefördert und damit die Biodiversität gestärkt», zog die SP-Nationalrätin und Co-Präsidentin des Trägervereins, Nadine Masshardt, Bilanz. Dies nütze am Ende allen, der Landwirtschaft, der lokalen Bevölkerung und dem Naturschutz.

Es sei wichtig, dass naturnahe Kulturlandschaften nicht nur in den Berg- und Randregionen gefördert werden, sondern auch mitten im dicht besiedelten Mittelland, betonte Bruno Vanoni, Informationsbeauftragter des Fonds Landschaft Schweiz (FLS).

Auch nach der Aufwertungsphase soll im Smaragdgebiet Oberaargau weiterhin Pionierarbeit geleistet werden, wie Rickenbacher ankündigte. So wird ein Pilot-Managementplan erarbeitet, der auch anderen Schweizer Smaragd-Gebieten als Modell dienen soll. Weitere Projekte werden in den Bereichen Landwirtschaft und Klimawandel umgesetzt.

agr/sda

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