Sammler reissen sich um die Reste von Skywork

Besonders für die Trolleys der Pleite gegangenen Berner Airline wird viel Geld bezahlt.

Die Flugzeuge von Skywork waren geleast und wurden an den Besitzer zurückgegeben.

Die Flugzeuge von Skywork waren geleast und wurden an den Besitzer zurückgegeben. Bild: Franziska Rohenbühler

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Nein, die Flugzeuge von Skywork werden nicht versteigert. Sie waren nur geleast – und wurden gleich nach dem Grounding an die Besitzer zurückgegeben. Doch alles, was der konkursiten Berner Fluggesellschaft gehört, wird nun zu Geld gemacht. Vieles davon auf der Internet-Auktionsplattform Ricardo.

Besonders grosses Interesse ziehen die Trolleys auf sich, in denen an Bord Getränke, Snacks und Duty-free-Waren lagerten. Die ersten vier Wägelchen gingen am Montag und Dienstag für Preise zwischen 910 und 1300 Franken weg. Elf weitere Exemplare kommen in den nächsten Tagen unter den Hammer.

Das Paar Flugzeugsitze aus einer Dornier-Maschine von Skywork wird kommenden Dienstag wohl ebenfalls einen guten Preis erzielen. Doch auch banale Restposten wie 15 Ordner (16 Franken) und ein Büromaterial-Set (7 Franken) werden online verkauft.

In den nächsten Tagen werden laut Sandro Campigotto, Leiter des Konkursamts Bern-Mittelland, weitere Objekte wie iPads und Büromöbel bei Ricardo aufgeschaltet.

Ex-Chef Inäbnit packt mit an

Doch es gibt auch komplexere Objekte in der Konkursmasse, etwa die Zigaretten, die Skywork zollfrei verkaufen durfte – und nun entweder noch verzollen oder an einen anderen Duty-free-Anbieter verkaufen muss.

Zum Inventar gehört auch ein Lagerraum voller Flugzeug-Ersatzteile. Um diese zu verkaufen, benötigt es laut Campigotto vom Konkursamt Fachleute. Deshalb beschäftigt die Skywork Airlines AG derzeit immer noch fünf Angestellte. Sie kümmern sich auch um Lohnausweise, Dokumente für die Arbeitslosenkasse sowie Arbeitszeugnisse für ihre über 100 entlassenen Kolleginnen und Kollegen.

Auch der frühere Skywork-Chef und -Inhaber Martin Inäbnit hilft mit, seine Airline zu liquidieren. Er wolle möglichst viel aus der Konkursmasse herausholen, sagt Inäbnit dem «Bund». Er prüfe alle Ersatzteile auf ihre Verwendungsfähigkeit. «Es ist viel Arbeit, aber es lohnt sich.» Unbrauchbare Teile würden als Sammlerstücke online versteigert, so Inäbnit.

In einigen Wochen will das Konkursamt die Gläubiger aufrufen, ihre Forderungen anzumelden – auch die Inhaber ungültig gewordener Tickets. Ob sie aber überhaupt eine Entschädigung aus der Konkursmasse erhalten werden, ist laut Campigotto noch offen. (Der Bund)

Erstellt: 07.11.2018, 06:47 Uhr

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