«Ich kämpfe weiter für die Airline Skywork»

Vorerst muss die Berner Fluggesellschaft Skywork ihre Flüge am Sonntag aussetzen. Wie es weitergeht ist derzeit noch unklar.

Die Flieger der Berner Fluggesellschaft Skywork bleiben vorerst am Boden.

Die Flieger der Berner Fluggesellschaft Skywork bleiben vorerst am Boden.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Marina Stalder@MarinaStalder

Die Flugzeuge der Skywork Airlines AG müssen vorerst am Boden bleiben: Zum Start des Winterflugplans 2017/18 am Sonntag hat die Berner Fluggesellschaft noch keine Betriebsbewilligung vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) erhalten, wie Max Ungricht, Pressesprecher der Skywork Airlines AG, bestätigt. Deshalb fallen alle geplanten Flüge am Sonntag aus. Konkret betrifft dies 6 Flüge der Airline.Mit den betroffenen Kunden nehme man Kontakt auf und versuche Alternativlösungen zu finden.

Wie es insgesamt weitergeht, will Skywork am Sonntag durch ihren CEO Martin Inäbnit kommunizieren. «Wir wollen nach wie vor den Finanzierungsnachweis erbringen und den Flugbetrieb weiter führen», sagt Inäbnit in einer Medienmitteilung am Samstagabend. Bezüglich den Investoren, welche die Airline für eine Weiterführung des Betriebs dringend braucht, hält sich die Flugsgesellschaft noch bedeckt. Klar ist nur, dass bis dato noch keine unterschriebenen Verträge vorliegen, die dem Bazl vorlgelegt werden könnten. Auch Inäbnit bestätigt, dass es bisher noch nicht gelungen sei, eine Zusicherung für die benötigten Mittel zu erhalten. Man gebe aber noch nicht auf und versuche eine Lösung zu finden: «Ich kämpfe weiter für die Airline Skywork», so Inäbnit.

Grund für die schwierige Situation der Airline nennt Inäbnit die zu kleine Homebase Bern, welche es nicht ermöglichen würde, den Ganzjahresbetrieb kostendeckend zu betreiben. Aus diesem Grund sei es ein erklärtes Ziel, ausserhalb von Bern zusätzlich Passagiere und Umsatz zu generieren.

Schock nach positiven Signalen

Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte von Skywork, dass der Entzug der Betriebsbewilligung droht. 2013 schaffte es das Unternehmen – noch unter alter Führung – in letzter Sekunde, den Finanzierungsnachweis zu erbringen. Die neuerlichen Turbulenzen überraschen aber. Zwar ist bekannt, dass es Nischen-Airlines schwer haben. Der Markt in der Region Bern sei «zu klein zum Leben, aber zu gross zum Sterben», pflegt Skywork-Sprecher Max Ungricht zu sagen. Zudem plagen die Anflugbedingungen am Flughafen Bern die Airline. Sie führen dazu, dass bei Nebel nicht gelandet werden kann. Im vergangenen Winter waren deshalb 118 Flüge von Verspätungen, Verlegungen oder Ausfällen betroffen – das kostet.

Seit aber 2014 Inäbnit die Airline übernommen hatte, häuften sich die Signale der Besserung. 2015 und 2016 habe man «positive Betriebsergebnisse» ausgewiesen, sagte Inäbnit vor einem halben Jahr im «Bund». Und noch vor einem Monat rühmte sich die Airline eines Passagierzuwachses von 27 Prozent in den ersten acht Monaten des Jahres.

Trotz dieser Meldungen: Stefan Eiselin, Aviatik-Experte und Gründer des Fachmagazins «Aerotelegraph», stimmt die Bazl-Mitteilung pessimistisch. «Die Kommunikation der Schieflage ist ein Zeichen dafür, dass es wenig Grund für Optimismus gibt», sagt er. Schliesslich würden damit Kunden abgeschreckt. Und selbst wenn es der Fluggesellschaft noch gelingen sollte, in der verbleibenden Zeit neue Geldquellen zu akquirieren, sehe die Zukunft wenig rosig aus. Eiselin erinnert daran, dass es die erklärte Strategie von Skywork ist, grössere Flugzeuge zu kaufen und damit von anderen Flughäfen aus zu fliegen. Eine solche «Vorwärtsstrategie» könne man nur von einer stabilen Basis aus realisieren, sagt er. «Die neuen Flugzeuge gehören nun wohl ins Land der Träume.»

Der Bund

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