«Hirn und Herz der industriellen Innovation»

In Biel entsteht einer von drei Standorten des Swiss Innovation Park. Stadtpräsident Erich Fehr und Volks­wirtschafts­direktor Andreas Rickenbacher sind in Jubelstimmung.

Innocampus-Geschäftsführer Felix Kunz sieht einen grossen Nutzen des Innovationsparks für den Kanton Bern.

Innocampus-Geschäftsführer Felix Kunz sieht einen grossen Nutzen des Innovationsparks für den Kanton Bern. Bild: Valérie Chételat

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Nun hat es Biel also geschafft. In der Nähe des Bahnhofs und der Fachhochschule entsteht ein eigenständiger Netzwerkstandort des Swiss Innovation Park (SIP). Der Bundesrat hat sich gestern für die Bieler Kandidatur entschieden, wie er mitteilte. Zwei weitere Kandidaturen aus dem Tessin und der Ostschweiz waren am gleichen Nachverfahren beteiligt, gingen aber leer aus. Der SIP startet Anfang 2016 nun mit zwei Hauptstandorten in Zürich und Lausanne (wo sich technische Hochschulen befinden) sowie den drei Netzwerkstandorten im Aargau, in Basel und in Biel. Die beiden ersten waren bereits bekannt.

In der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Bern, in der Stadt Biel und beim Innocampus in Biel, der als Pilotprojekt läuft, war die Freude gestern gross. Regierungsrat Andreas Rickenbacher (SP) sprach von einem grossen Erfolg für den Kanton Bern. Dieser Entscheid sei «ein Meilenstein für die bernische Innova­tionspolitik». Der Netzwerkstandort werde die Attraktivität des Kantons als Forschungs- und Wirtschaftsstandort «massgeblich steigern», sagte er. «Dies wird positive Auswirkungen auf die Industrie in unserem Kanton haben.» Der Bieler Stadtpräsident Erich Fehr (SP) fasste die Bedeutung des bundesrätlichen Entscheids so zusammen: «Biel soll so das Herz und das Hirn der industriellen Innovation der Schweiz werden.»

Ein «Generationenprojekt»

Bern hat die Idee eines nationalen Innovationsparks von Beginn weg unterstützt. 2008 hatte der Bundesrat sich positiv zum Vorhaben der Stiftung Forschung Schweiz geäussert, auf dem Areal des Militärflugplatzes Dübendorf einen solchen Park zu verwirklichen. Der Bundesrat verlangte aber, der Park sei auf weitere Standorte auszudehnen. Rickenbacher gab daraufhin eine Machbarkeitsstudie für einen eigenständigen Standort in Auftrag.

Dass Biel zum Zug kommen würde, war zuerst nicht klar. Vor allem nicht als eigenständiger Standort. Hätte sich der Kanton damit begnügt, Biel als Ableger des Hauptstandorts Lausanne zu etablieren – so wie Freiburg, Sion oder Neuenburg –, hätte viel früher Klarheit geherrscht. Als eigenständiger Standort bewege sich Biel nun auf Augenhöhe mit den Hauptstandorten, sagte Rickenbacher, für Bern habe sich das nicht ganz risikofreie Vorgehen gelohnt

Lange habe es so ausgesehen, sagte Rickenbacher, als ob dieses «Generationenprojekt» an Bern vorbeigehen würde. Dagegen habe man angekämpft. «Jetzt dürfen wir stolz darauf sein.» Ziel des Parks ist es, von grossen internationalen Firmen Forschungsgeld in die Schweiz zu holen. Wo investiert wird, entstehen Arbeitsplätze. Dies wiederum ist eine Chance für Biel und damit für den Kanton Bern. Der Kanton wird das Projekt dereinst unterstützen. Die gesetzliche Grundlage dafür wird das Innovationsförderungsgesetz bilden. Bis Mitte Juni läuft die Vernehmlassung dazu. Die finanzielle Unterstützung dürfte dereinst eine Grössenordnung von einigen Millionen Franken haben.

Auch KMU sollen profitieren

Der Bieler Netzwerkstandort wird 2016 nicht bei null starten. Seit anderthalb Jahren ist bereits die Innocampus AG aktiv. Sie wird die Betreiberin des Innovationsparks sein. Zu den rund 3000 Quadratmetern Nutzfläche, die heute bereits vermietet sind, kommen in den nächsten drei Jahren 14 000 Quadratmeter in einem Neubau hinzu. Die Innocampus AG konzentriert sich auf neue Produktionstechnologien für die Industrie sowie auf Entwicklungen im Bereich der Energiespeicherung und der Mobilität sowie in der Medizinaltechnik. Im Pilot-Innovationspark sind bereits rund 100 Personen in verschiedenen Firmen tätig. Die Aktien befinden sich gemäss der Mitteilung der Stadt Biel zu 85 Prozent im Besitz von privaten Firmen.

Innocampus-Geschäftsführer Felix Kunz sieht im Innovationspark einen grossen Nutzen für den Kanton Bern und die Stadt Biel: Im Idealfall werde ein Teil der Unternehmen, welche in Biel künftig Forschungsprojekte verfolgten, sich hier mit Zweigstellen niederlassen und dann womöglich auch produzieren. Ausserdem werde der Innovationspark auch für kleine und mittlere Unternehmen aus der Region von Nutzen sein, wenn sie Anliegen hätten. «Wir können ihnen helfen, Ideen rasch in marktfähige Produkte umzusetzen.» (Der Bund)

Erstellt: 06.06.2015, 10:52 Uhr

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