Gfeller ab 2013 wieder Worber Planungschef

Im April wurde Niklaus Gfeller (EVP) die Planungshoheit entzogen. Jetzt hat der Gemeinderat den ehemaligen Vorsteher einhellig wieder im Amt eingesetzt.

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Es sei «sachlich diskutiert» worden und es habe den Gesamtgemeinderat «richtig gedünkt», sagt Niklaus Gfeller (EVP) über seine Ernennung zum Vorsteher des Ressorts Planung für die Legislatur 2013/16. Der nach einem turbulenten Wahlkampf Ende November bestätigte Worber Gemeindepräsident nimmt damit einen zweiten Anlauf als Departementschef: Erst im April diesen Jahres entzog ihm der Gemeinderat auf Drängen der Parteien just dieses Amt. Seither kümmerte er sich nur mehr um die Präsidialaufgaben und stand dem Departement Sicherheit vor. «Dass der Gemeindepräsident das zeit- und arbeitsintensivste Ressort übernimmt, ist für mich klar», sagte Gfeller gestern zu seiner erneuten Ernennung. Das Volk habe ihn wiedergewählt und damit auch den Willen geäussert, ihn mit einer Hauptaufgabe zu betrauen. Das sah offenbar gestern auch der Rest des Gemeinderats so: Die Departementszuteilung sei einvernehmlich und ohne Abstimmung erfolgt, sagt Gfeller. Mit der vorgenommenen Chargenvergabe habe im Gesamtgemeinderat eine Lösung gefunden werden können, die der Neigung und Eignung eines jeden Mitglieds Rechnung trage.

Bisherige bleiben Ressorts treu

Während die Bisherigen ihre angestammten Ressorts auch in der nächsten Legislatur führen – Ernst Hauser (BDP) steht dem Bau-, Peter Hubacher (SVP) dem Umwelt- und Hanspeter Stoll (FDP) dem Sozialdepartement vor –, haben die neuen Exekutivmitglieder die freigewordenen Chargen unter sich aufgeteilt. Der Lehrer Christoph Moser (SP) übernimmt das nach dem Abgang von Guy Lanfranconi (FDP) verwaiste Bildungsdepartement. Auch wenn es auf den ersten Blick «auf der Hand zu liegen scheint», habe sich ihm vor allem die Frage gestellt, ob sich durch seine Tätigkeit – Moser ist auch an der Worber Musikschule angestellt – nicht Interessenkonflikte auftun könnten. Bei Geschäften, welche die Musikschule betreffen, werde er in den Ausstand treten, kündigte Moser an. Sicherheitsvorsteher wird neu der frisch gewählte Thomas Leiser (EVP). Markus Lädrach (FDP) übernimmt vom abgetretenen Jonathan Gimmel (SP) das Amt des Säckelmeisters – auch hier laut Gfeller eine Idealbesetzung. Lädrach sei als Geschäftsführer der Otto Lädrach AG den Umgang mit Finanzen gewohnt.

Gfeller hat neuen Stellvertreter

Zu einer Rochade kam es im Übrigen auch beim Amt des Gemeinderatsvizepräsidenten. Anstelle von Hanspeter Stoll tritt neu Ernst Hauser als Gfellers Stellvertreter auf. Eine Abstrafung dafür, dass sich Stoll im Wahlkampf gegen Gfellers Kandidatur gestellt hat? «Ich sehe das überhaupt nicht so», sagt Stoll. Hauptgrund für den Wechsel sei die Tatsache, dass er am zweitmeisten Stimmen auf sich vereinen konnte, sagt Hauser.

Während Gfeller die ergangene Chargenverteilung als «gute Voraussetzung für einen ruhigen Start in die Legislatur» deutet, sind die Parteispitzen von SP und FDP zurückhaltend. «Die SP ist extrem erstaunt, dass sich Niklaus Gfeller nach allem, was war, selbst wieder den schwer beladenen Planungsrucksack anziehen will», sagt Parteipräsidentin Sandra Büchel. Gfeller müsse damit rechnen, dass die Parteien noch genauer hinschauten. Man hoffe jetzt auf genügend Selbstreflexion, so Büchel. «Wir geben zu, dass wir das Planungsdepartement auch gerne auf unserer Seite gehabt hätten», sagt FDP-Fraktionspräsident Ueli Emch. Handkehrum bekleide mit Finanzvorsteher Lädrach ein Freisinniger das zweite Schlüsseldepartement. «Man muss aber klar sehen, dass sich Gfeller mit der Planung eine grosse Aufgabe aufbürdet.» (Der Bund)

Erstellt: 20.12.2012, 10:57 Uhr

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