Experten zweifeln an Vorgehen von Skywork

Die Berner Fluggesellschaft bietet für den kommenden Winter Teile ihrer Flotte zum Leasing an. Kein Grund zur Beunruhigung, sagt Geschäftsführer Lang.

Die Berner Fluggesellschaft Skywork stützt ihre Expansionspläne weiterhin auf die Dash-Maschinen ab.

Die Berner Fluggesellschaft Skywork stützt ihre Expansionspläne weiterhin auf die Dash-Maschinen ab.

(Bild: zvg)

Das Vorgehen der Berner Fluggesellschaft Skywork sorgt in Fachkreisen für Stirnrunzeln: Seit Februar figurieren drei ihrer sieben Maschinen im Internet auf einem Aviatik-Fachportal als Leasingobjekte. Geschäftsführer Tomislav Lang beteuert, dass Skywork nach dem Motto «Vorsicht ist besser als Nachsicht» vorgehe: Die Fluggesellschaft wolle mit der Ausschreibung vorsorglich ausloten, ob sich ein anderer Carrier für die Turboprop-Maschinen interessieren würde. Für den Fall, dass sich das Wintergeschäft schlechter entwickeln würde als prognostiziert, fasst Skywork eine Vermietung der eigenen Mittel ins Auge.

Ein eigenartiges Instrument, um den Marktwert zu testen

«Um nur den Marktwert zu testen, muss man keinen Broker beiziehen», sagt Aviatik-Experte Sepp Moser. Er beurteilt das Prozedere zumindest als «unüblich». Anbieter würden Flugzeuge immer wieder fremd vermieten – Marktabklärungen passierten aber in der Regel nicht in aller Öffentlichkeit.

«Selbstverständlich führen wir parallel zur Ausschreibung auch informelle Gespräche mit möglichen Interessenten», sagt dagegen Lang. Man habe das Mandat aber an die amerikanisch-kanadische Vermarktungsfirma vergeben, weil Skywork nicht über die nötigen Ressourcen verfüge, um alle Kontakte persönlich anzugehen. Das Vorgehen, Maschinen über Fachportale auszuschreiben, habe vielleicht vor zehn Jahren als unüblich gegolten. Im Zeitalter von Internet und multimedialer Vernetzung wickle man heute solche Geschäfte aber durchaus auch auf diesem Weg ab.

Und überhaupt, kontert Lang, packe Skywork die Dinge immer aussergewöhnlich an. «In der Branche gelten wir nur schon als Spinner, weil wir ab Bern operieren.» Tatsächlich gilt der Standort für Fluggesellschaften als schwierig: Balair, Air Engiadina, Intersky – sie und andere haben in der Vergangenheit vergeblich versucht, Bern-Belp erfolgreich als Destination zu etablieren.

Lang sieht keinen Widerspruch

Einerseits kündigte die Airline vor Jahresfrist an, den Ausbau ihrer Destinationen konsequent mit dem Flugzeugtyp Dash angehen zu wollen. Nun bietet sie genau solche Maschinen zum Leasing an – obwohl sie eine von ihnen erst in diesem Jahr akquiriert hat. Wie passt das zusammen? Die Leasing-Anzeige dürfe nicht als Zeichen schlechten Geschäftsgangs oder Vorbote für einen Erfolgseinbruch gedeutet werden, sagt Lang: «Wir glauben an den Standort Bern und die stetig steigenden Passagierzahlen stimmen uns ausgesprochen zuversichtlich. Wir sind nach wie vor klar bestrebt, die Anzahl bestehender Destinationen von heute 25 auf 35 auszubauen.»

Dass ausgerechnet die erst jüngst zur Flotte gestossene Dash-Maschine jetzt feilgeboten wird, begründet Lang damit, dass diese praktisch «ready to fly» sei, sprich am schnellsten für den Leasingpartner verfügbar – so es denn dazu kommt.

Der Bund

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