Ex-Nordkorea-Botschafter wird Aussenminister

Kim Jong-uns Betreuer in Bern wurde angeblich hingerichtet. Nun kam aber die Beförderung.

Über Ri Su-Yong, langjähriger Botschafter Nordkoreas in der Schweiz, existieren widersprüchliche Informationen.

Über Ri Su-Yong, langjähriger Botschafter Nordkoreas in der Schweiz, existieren widersprüchliche Informationen.

(Bild: Keystone)

Der langjährige nordkoreanische Botschafter in der Schweiz Ri Su-yong, alias Ri Chol, wurde Anfang April zum neuen Aussenminister der Volksrepublik ernannt. Diese Entscheidung sorgte für Überraschung bei Beobachtern der nordkoreanischen Politik. Denn im Dezember kursierte die Meldung, dass Ri Su-yong hingerichtet worden sei, zusammen mit der Nummer zwei der nordkoreanischen Führung, Jang Song-taek.

Andreas Schild, der im Auftrag des Entwicklungsprogramms der UNO und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) Nordkorea mehrmals bereist hat, ist nicht verwundert über die widersprüchlichen Informationen. «Es ist schwer, korrekte Informationen aus Nordkorea zu erhalten. Die meisten Nachrichten sind direkt oder indirekt durch US-Quellen beeinflusst.»

Der «Schweiz-Kenner»

Die Ernennung Ri Su-yongs sei «ausserordentlich gut», so Schild. In den 22 Jahren als Botschafter in Genf und Bern habe sich der Nordkoreaner «sehr stark für die Öffnung des Landes eingesetzt». Zudem sei er «ein ausgezeichneter Kenner der Schweiz, ihres politischen Systems und ihrer Institutionen» und «sehr gut vertraut mit der westlichen Welt». Es sei Ris Verdienst gewesen, dass die Schweiz für humanitäre Hilfe in Nordkorea habe gewonnen werden können.

Neben seiner Tätigkeit als Botschafter soll Ri Su-yong auch das Vermögen der Herrscherfamilie verwaltet haben und Vormund von Kim Jong-un während dessen Schulzeit in Köniz gewesen sein.

Der Bund

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