Erdbebensicherheit: Nachweis ohne definitive Grundlage

Die Wasserkraftwerke im Einzugsgebiet von Mühleberg hielten einem Erdbeben stand, teilt das Ensi mit. Die Berechnung schwerer Beben aber steht noch aus.

Hielten einem Erdbeben stand: Die Wasserkraftwerke im Einzugsgebiet von Mühleberg.

Hielten einem Erdbeben stand: Die Wasserkraftwerke im Einzugsgebiet von Mühleberg. Bild: Keystone

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«Die Erdbebennachweise für die Stauanlagen Schiffenen, Rossens und Mühleberg sind vollständig erbracht», teilte das Ensi am Freitag auf seiner Internetseite mit. Dies habe das für die Sicherheit von Staudämmen zuständige Bundesamt für Energie (BFE) dem Ensi mitgeteilt.

Es bestehe demnach keine Gefahr, dass die Staumauern dieser Wasserkraftwerke bei einem Erdbeben brechen würden – und die Flutwelle das flussabwärts liegende AKW Mühleberg gefährde. Zu diesem Schluss waren Ensi und BFE allerdings bereits 2012 gelangt – wenn auch unter dem Vorbehalt offener Fragen. Laut BFE sind diese nun geklärt.

Berechnung von Erdbeben offen

Der Nachweis von 2012 erfolgte allerdings aufgrund provisorischer Erdbebenberechnungen. Die definitiven Ergebnisse fehlen jedoch immer noch.

Seit 2008 berechnen Erdbebenexperten im Auftrag von Swissnuclear, der Dachorganisation der AKW-Betreiber, mögliche starke Erdbeben an den Standorten von Atomkraftwerken und benachbarten Wasserkraftwerken. Die Endergebnisse haben sich aber immer wieder verzögert. Sollten die Endresultate stärkere Erdbebengefahren aufzeigen als die bisher verwendeten Zwischenresultate, beginnt die Überprüfung der Erdbebenfestigkeit von AKW und Dämmen von vorne. (Der Bund)

Erstellt: 14.12.2013, 11:55 Uhr

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