Die Nostalgiebahn nimmt Fahrt auf

Ab Herbst 2012 soll durchs Emmental ein neuer Touristenmagnet dampfen – und das auf der Strecke zwischen Huttwil und Sumiswald.

Eine Dampf-Komposition erzeugt zwischen Sumiswald und Huttwil gewaltige Rauchzeichen.

Eine Dampf-Komposition erzeugt zwischen Sumiswald und Huttwil gewaltige Rauchzeichen. Bild: Valérie Chételat

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Nein, in sich abgeschlossene und kaum befahrene Bahnstrecken wie auf dem Lummerland im Kinderbuch von Jim Knopf sollen sie nicht werden, die Verbindungen Huttwil–Sumiswald und Sumiswald–Wasen. Für die durch malerische Napflandschaften führenden Bahngleise hat die Genossenschaft Museumsbahn Emmental (Emmentalbahn) anderes vorgesehen.

Im besten Fall bereits ab Herbst 2012 werden darauf dampfschnaubende und elektrisch betriebene Kompositionen fahren: Extrazüge, die gechartert werden können, sowie – später – öffentliche und fahrplanmässige Verbindungen. Zurzeit ist die aus den drei Trägervereinen Dampfbahn Bern, Verein Historische Eisenbahn Emmental und Dampflokfreunde Langenthal bestehende Genossenschaft daran, von der Eignerin BLS die Strecken zu übernehmen.

Was eine Bahnstrecke kostet

Ein nicht ganz simples Unterfangen, wie einer gestern veröffentlichten Mitteilung der Genossenschaft zu entnehmen ist. Einerseits sind da die Anlagen: Schienen, Fahrleitungen, Brücken, Tunnel, Bahnhöfe und Depots, deren Unterhalt und Weiterbetrieb gesichert werden müssen. Ein wesentlicher Kostenfaktor werde auch die Betriebssicherheit sein, lässt die Genossenschaft verlauten. Bis letztes Jahr überwachte die BLS die Strecke und ermöglichte so Nostalgiefahrten. Wegen der fehlenden Überwachung ist die Strecke Huttwil–Sumiswald bis auf weiteres gesperrt. Befahren wird zurzeit einzig noch der für Güterverkehr genutzte Abschnitt Sumiswald–Wasen.

Nicht zu vernachlässigen seien auch die Betriebskosten – ob für den Fahrleitungsunterhalt, die biologische Bekämpfung von Unkraut auf dem Bahntrassee oder für das Mähen der Bahnborde.

Finanziell gut aufgegleist

«Parallel zur Streckenübernahme muss zudem beim Bundesamt für Verkehr BAV die Übernahme der Betriebskonzession beantragt werden», sagt Emmentalbahn-Vorstandsmitglied René Kocher. Kocher, im Berufsleben als diplomierter Wirtschaftsprüfer und Unternehmensentwickler tätig, sieht den Herausforderungen gelassen entgegen. Finanziell sei das Projekt gut aufgegleist. Massgeblich trägt dazu das Amt für Berner Wirtschaft bei. Dieses unterstützt die Emmentalbahn im Rahmen des Regionalen Förderprogramms Emmental-Oberaargau 2012–2015 mit insgesamt 200'000 Franken. Finanziert werden die Bahnstrecken laut Kocher über zinslose Bundesdarlehen. Diese sollen nun von der BLS auf die Emmentalbahn übertragen werden.

Ein Streckenteil zwischen Sumiswald und Wasen werde weiterhin prioritär für Güterverkehr genutzt. Zudem sei geplant, dass Unterhalts- und Gleisbaufirmen auf den beiden Strecken Ausbildungen und Tests durchführen, die mit den ohnehin notwendigen Unterhaltsarbeiten kostenmässig vorteilhaft koordiniert werden könnten, so Kocher.

Ob die dampfende Nostalgiezugwelle bereits diesen Herbst durchs Emmental rollen wird, steht noch nicht fest. Die BLS lässt auf Anfrage verlauten, sie sei an einer möglichst raschen Übergabe interessiert, ein Termin sei aber noch nicht absehbar. (Der Bund)

Erstellt: 15.04.2012, 09:14 Uhr

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