Beat Feurers letzte Chance

Beat Feurer hat dem Bieler Sozialwesen nicht das geben können, was es verlangt hat. Jetzt wird die Luft für ihn dünn.

SVP-Gemeinderat Beat Feurer steht von nun an unter Beobachtung.

SVP-Gemeinderat Beat Feurer steht von nun an unter Beobachtung.

(Bild: Gian Ehrenzeller)

Reto Wissmann@RetoWissmann

Der erste SVP-Vertreter im Bieler Gemeinderat ist kein rücksichtsloser Hardliner. Beat Feurer kann zuhören, ist umgänglich und lässt andere Meinungen gelten. Gewählt wurde er jedoch vor zwei Jahren mit dem anmassenden Versprechen, die rekordhohe Sozialhilfequote von knapp 12 Prozent zu halbieren. Unterdessen ist er auf dem harten Boden der Realität aufgeschlagen. Anstatt frischen Wind in die Sozialhilfe zu bringen, hat er den Sozialdienst in eine tiefe Krise geritten. Zeitweise scheint es, als ob sich die Verwaltung mehr mit sich selbst als mit einem der drängendsten Probleme der Stadt Biel beschäftigt.

Der Gesamtgemeinderat versucht nun den Befreiungsschlag. Zwei Kaderleute müssen gehen, und Feurer wird faktisch unter Aufsicht gestellt. Mit neuen Leuten kann er noch mal versuchen, das Steuer herumzureissen. Dass er die Sozialhilfequote halbiert, kann niemand ernsthaft von ihm erwarten. Er muss jedoch das Vertrauen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen und – viel wichtiger noch – das Vertrauen der Bevölkerung in die Sozialhilfe wiederherstellen.

Gelingt ihm dies jetzt nicht, muss er die Konsequenzen ziehen und zurücktreten. Ansonsten droht das soziale Gleichgewicht in Biel zu kippen.

Der Bund

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt