BLS plant neue Werkstätte in Riedbach

Die BLS will nahe des Bahnhofs Riedbach an der Linie Bern - Neuenburg eine neue Werkstätte bauen. Der BLS-Verwaltungsrat habe entschieden, die Planungsarbeiten für den Neubau in Angriff zu nehmen.

In der Nähe des Bahnhofs Riedbach soll eine neue BLS-Werkstätte entstehen.

In der Nähe des Bahnhofs Riedbach soll eine neue BLS-Werkstätte entstehen.

(Bild: Tobias Anliker)

Die BLS will ihre neue Werkstätte auf der grünen Wiese beim Bahnhof Riedbach bauen. Das hat der Verwaltungsrat entschieden. Der Standort im Westen von Bern liegt direkt an der Linie Bern-Neuenburg. 20 Grundeigentümer sollen Land hergeben. Enteignungen sind möglich.

Die Landeigentümer wurden am Mittwochabend ins Bild gesetzt, die Öffentlichkeit am Donnerstag. BLS-Chef Bernard Guillelmon beteuerte vor den Medien, die Bahn wolle mit den Betroffenen nach einvernehmlichen Lösungen suchen.

Das könnte in einigen Fällen schwierig sein. Mitten auf dem 20 Hektar grossen Areal, das die BLS beansprucht, steht ein Bauernhof. Er müsste 2020 verschwinden, wenn die Bauarbeiten für die neue Werkstätte beginnen. Überhaupt wird das beanspruchte Land heute vorwiegend landwirtschaftlich genutzt.

«Wir stehen noch ganz am Anfang der Planungsphase», sagte Guillelmon im Berner Regionaljournal von Radio SRF. Die BLS wolle herausfinden, welcher Grundeigentümer welche Bedürfnisse habe und was für Alternativen man den Leuten anbieten könne. Auch die Frage der Entschädigungen steht im Raum.

Sicher ist, dass der Neubau das Landschaftsbild stark verändern würde - und dass das Eisenbahngesetz Enteignungen zulässt. Allerdings stehen die Planungsarbeiten erst am Anfang. Die BLS will die Anwohner am kommenden Dienstag über ihre Absichten ins Bild setzen.

Kurze Wege

Für den Standort entschloss sich der Verwaltungsrat nach der Evaluation von 21 Arealen im Raum Bern. Der «Moosacher», der sich vom kleinen Wald hinter dem Bahnhof Brünnen bis zum Bahnübergang beim Bahnhof Riedbach erstreckt, ist laut BLS der ideale Standort.

Vor allem liegt er nah beim Bahnhof Bern. «Kurze Wege in die Werkstatt sparen uns Zeit und Geld», betonte Guillelmon. Im Vergleich zu einem Standort an der stark ausgelasteten Lötschbergachse biete Riedbach aber noch weitere Vorteile.

So verfüge die Linie Bern-Neuenburg über genügend Gleiskapazitäten, um Züge in die Werkstatt zu fahren. Und bei Betriebsstörungen im Knoten Bern könne die BLS mit der Werkstätte Spiez das östliche, mit Riedbach das westliche Bahn-Netz abdecken.

Vorgesehen ist der Bau einer 125 bis 140 Meter langen und 150 Meter breiten Halle mit mindestens 15 Gleisen. Das Gleisfeld wird über die Halle hinaus verlängert, um Abstellflächen für die Züge zu haben und einen späteren Ausbau der Halle zu ermöglichen.

Übergangslösung in Givisiez

Der BLS-Verwaltungsrat hatte Ende 2013 beschlossen, einen Standort für eine neue Werkstätte zu suchen. Die von der SBB gemietete Werkstätte Bern-Aebimatt wird Ende 2019 geschlossen.

Ab 2025 sollen alle BLS-Züge entweder in Riedbach oder in der bestehenden Werkstätte Spiez gewartet und repariert werden. 340 Mitarbeiter werden dann im Westen von Bern ihren Arbeitsplatz haben, 80 in Spiez.

Die Standorte Oberburg und Bönigen werden dannzumal aufgehoben, wie schon länger bekannt ist. Entlassungen aufgrund der Neuausrichtung sind keine vorgesehen.

Für die Übergangszeit zwischen 2019 und 2025 hat die BLS im Februar eine Vereinbarung mit den Transports publics fribourgeois (TPF) unterzeichnet. Die BLS kann demnach temporär Werkstattgleise der TPF in Givisiez FR zumieten.

agr/sda

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