Aus für Saunas – und für «Mubeeri»?

Auf die Saunas in Bädern der Stadt Bern will der Gemeinderat verzichten. Allerdings könnte das Hallenbad «Mubeeri» in ein privates Wellnesszentrum umgewandelt werden.

Schon im Jahr 2012 wurde über die Schliessung des Hallenbads Mubeeri beraten (Bild).

Schon im Jahr 2012 wurde über die Schliessung des Hallenbads Mubeeri beraten (Bild). Bild: Adrian Moser (Archiv)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Die kleinen Saunabetriebe in den Hallenbädern haben keine Zukunft und werden bei der Sanierung der Bäder aufgegeben.» Dies hält der Gemeinderat in seiner Wasserstrategie für die Hallen- und Freibäder der Stadt Bern fest. Die Zahl der Saunaeintritte in den Hallenbädern hat sich in den letzten 15 Jahren fast halbiert: Sie ging von 40'000 auf 21'000 zurück. «Heutzutage sind grosszügige, moderne Anlagen nachgefragt», schreibt die Stadtregierung.

Tatsächlich wurde das Sauna-Angebot in Bern vor allem mit der Eröffnung des Wellness-Tempels Bernaqua im Westside stark ausgebaut. Es gibt aber auch zahlreiche kleinere Saunen, etwa in Fitnesszentren. Der Abschied der Stadtbäder aus dem Sauna-Betrieb soll allerdings nicht total sein. So ist bereits der Pilotbetrieb eines privaten Vereins mit einer «Freiluftsauna» im Lorrainebad im Winter vorgesehen. Mehr zu reden geben dürfte, dass das älteste Hallenbad der Stadt, das «Mubeeri» am Hirschengraben, allenfalls in einen Wellnesstempel umgewandelt werden könnte. Betrieben würde er nicht von der Stadt, sondern von Privaten.

Stilllegung steht auch zur Debatte

Das heutige Hallenbad wäre laut dem Gemeinderat geradezu «prädestiniert für einen grossen Wellness-/Saunabetrieb». Im Einklang mit den Ansprüchen des Denkmalschutzes «könnte das älteste Hallenbad der Stadt Bern seinen Charakter bewahren» und als Wellnessbetrieb «von privater Hand» weiterbetrieben werden. In diesem Fall könnte die aufwendige Sanierung des «Mubeeri» den neuen privaten Betreibern überlassen werden. Entsprechend sieht die Wasserstrategie «abhängig vom Nutzungskonzept» unterschiedliche Kosten für das Hallenbad am Hirschengraben vor. Bloss 0,5 Millionen Franken bei einer «Stilllegung», 38,6 Millionen bei einer «Status-quo-Sanierung».

«Der Gemeinderat hat sich noch nicht auf eine favorisierte Lösung festgelegt», sagt auf Anfrage die für Sport zuständige Gemeinderätin Franziska Teuscher (GB). Die Stadtregierung hat letzten November die Finanzdirektion mit weiteren Abklärungen beauftragt. Ob das «Mubeeri» als Hallenbad saniert oder umgenutzt werde, hänge von diversen Faktoren ab. Etwa von den Auflagen des Denkmalschutzes und natürlich davon, ob Private überhaupt interessiert wären. Offen sei auch die Frage des Bedarfs. So gehe man inzwischen in den Prognosen des Stadtentwicklungskonzepts von einem stärkeren Wachstum der Bevölkerung aus, was allenfalls für die Sanierung des Hallenbads sprechen könnte.

Fest steht bloss, dass eine Schliessung des «Mubeeri»-Hallenbads kein Widerspruch zur Hallenbadinitiative der FDP wäre, die das Berner Volk 2015 angenommen hat. Die Initiative verlangt total 20 Schwimmbahnen in städtischen Hallenbädern. «Mit der neuen Schwimmhalle im Neufeld werden wir diese Vorgabe auch ohne Hallenbad am Hirschengraben erfüllen», sagt Teuscher. (Der Bund)

Erstellt: 10.04.2018, 06:46 Uhr

Artikel zum Thema

Gibt es bald eine Sauna im Lorrainebad?

Der Verein Sauna Lorrainebad versucht diesen Sommer, woran der Verein SaunAare 2006 gescheitert ist: Eine Sauna soll ins Berner Lorrainebad Einzug finden. Mehr...

Von Ärzten wärmstens empfohlen

Schwitzen zahlt sich aus. Zumindest in der Sauna. Warum Saunieren gesund ist. Mehr...

Saunalandschaft im Lorrainebad geplant

Nächsten Winter sollen im Berner Lorrainebad mehrere Schwitz-Jurten stehen. Die Stadt wäre bereit, dafür die Badeordnung zu lockern. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Immobilien

Kommentare

Die Welt in Bildern

Künstliche Intelligenz: Der deutsche Tischtennisspieler Dimitrij Ovtcharov wird an der «Hannover Messe» vom Tischtennisroboter «Forpheus» gefordert. (22. April 2018)
(Bild: Fabian Bimmer) Mehr...